Goldpreis unter Druck – das müssen Sie jetzt wissen

In dieser Woche gibt der Goldpreis starknach. In Euro gerechnet stand der Preis zuletzt im Februar 2016 so niedrig. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Diese Woche bringt deutliche Preisausschläge an den Finanzmärkten. Bei den Aktien geht es deutlich nach oben und der Goldpreis steht massiv unter Druck. Da lohnt sich heute einmal genauer auf die aktuelle Marktlage zu schauen – denn das bietet Ihnen gerade als Rohstoff Anleger in Deutschland viele Chancen.

Wenn man den Goldpreis betrachtet, geht es normalerweise um den Dollarpreis. Hier ist es in dieser Woche deutlich nach unten gegangen. Die Feinunze kostet jetzt noch rund 1.220 Dollar und das ist das niedrigste Niveau seit Februar 2017. Noch auffälliger ist der Blick auf die Entwicklung in Euro. Hier kratzt der Goldpreis jetzt an der Marke von 1.050 Euro und so niedrig stand die Feinunze zuletzt im Februar 2016.

Für Investoren, die jetzt schon beim Gold mit dabei sind, ist das natürlich eine enttäuschende Entwicklung. Hier kann ich Sie auch beruhigen: Der Goldpreis schwankt naturgemäß doch ziemlich stark. Wenn Sie Gold als aktive Absicherung betrachten, sind die tatsächlichen kurzfristigen Schwankungen nicht von so großer Bedeutung.

Jetzt bietet es sich an Goldpositionen aufzustocken

Wenn Sie jetzt noch einen zu geringen Anteil im Depot haben, bietet sich das aktuell niedrige Preisniveau natürlich dazu an, diese Positionen aufzustocken. Wenn es bei Ihnen um physische Bestände geht, bieten sich natürlich Barren oder Münzen an. Das Gute für Sie: Der Kauf von Gold in Deutschland ist der Mehrwertsteuer befreit. Insofern zahlen Sie auch nur einen geringen Aufschlag zum aktuellen Marktpreis.

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Erfahrungsgemäß sind die Aufschläge bei Goldbarren etwas geringer als bei Goldmünzen. So liegt beispielsweise der aktuelle Aufschlag bei 50 gr Goldbarren im Vergleich zum Marktpreis nur bei 0,6 %. Das ist ein extrem niedriger Wert. Bei einer beliebten Münze wie dem südafrikanischen Krügerrand ist hier schon ein Aufschlag von 1,6 % fällig. Hier sehen Sie schon ganz klar einen großen Unterschied bei dem Aufgeld.

Aber das ist wirklich nur ein Aspekt des aktuell niedrigen Goldpreises. Auf der anderen Seite sorgt der niedrige Preis natürlich für Druck bei den Goldminenaktien. Hier besteht ein klarer Zusammenhang zwischen einem schwachen Goldpreis und schwachen Aktiennotierungen diesem Sektor. Das liegt schlicht und einfach daran, dass diese Unternehmen eben bei einem niedrigeren Goldpreis auch weniger Geld verdienen.

Goldaktien auch erst einmal schwach – das wird sich aber wieder ändern

Aber auch hier sollten Sie nicht unbedarft reagieren und jetzt Positionen auflösen. Auch Goldaktien schwanken deutlich stärker als der Gesamtmarkt und die aktuelle Schwäche wird meiner Einschätzung nach nicht lange Zeit andauern.

Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass der Goldpreis in der 2. Jahreshälfte oft klar zugelegt hat. Und auch jetzt sprechen viele Indikatoren dafür, dass eine solche Bewegung in den kommenden Monaten sehen werden.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.