Goldpreis unter Druck: Zins-Anhebung durch die Fed?

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Gerüchte um eine Leitzins-Anhebung haben den Goldpreis zuletzt unter Druck gesetzt. Mittelfristig stehen die Zeichen jedoch auf Anstieg. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Zum Ende der Woche verzeichnete der Goldpreis seinen bisher stärksten Tagesverlust im laufenden Jahr:

Um knapp 1,5% sackte der Preis je Feinunze am Donnerstag ab; er rutschte unter 1.230 US-Dollar. Hintergrund waren v. a. Signale aus den USA:

Der Arbeitsmarkt entwickelte sich zuletzt robust, immer mehr Verantwortliche der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) drängen daher nun auf eine zügige Anhebung des Leitzinses.

Diese wird auch an den Märkten inzwischen mehrheitlich erwartet – und zwar noch für den Monat März.

Höhere Zinsen wirken sich meist negativ auf den Goldpreis aus, da das Edelmetall seinerseits keine Zinsen abwirft und somit alternative Anlageformen wieder attraktiver erscheinen.

Gold: Kein klassisches Rendite-Investment

Bei alledem darf jedoch nicht übersehen werden, was üblicherweise die eigentliche Motivation ist, um in Gold zu investieren:

Es geht den meisten Anlegern dabei weniger um Gewinn-Steigerung als vielmehr um Absicherung.

Absicherung gegen Risiken, die vielfältig sein können: Als Depot-Beimischung können so beispielsweise Ausfall-Risiken anderer, stärker spekulativer Geschäfte abgemildert werden.

Doch besonders großer Beliebtheit erfreut sich das gelb glänzende Edelmetall, wenn es nicht rund läuft in der Welt – und das ist 2017 so sehr der Fall wie schon lange nicht mehr.

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Meldungen, die bei den meisten seiner Vorgänger für wochenlange Skandal-Debatten gesorgt hätten, werden einfach weggewischt – durch den nächsten Skandal.

Die enge Taktung sorgt für eine gewisse Abstumpfung im Umgang mit diesen Nachrichten, die Grenzen werden auf diese Weise allmählich verschoben:

Was vor wenigen Monaten noch als höchst skandalös galt, wird nunmehr achselzuckend zur Kenntnis genommen, weil man inzwischen Schlimmeres gewohnt ist.

Das ist – nicht nur politisch – eine verheerende Entwicklung. Doch damit nicht genug:

Neben Trump sorgen in diesem Jahr noch weitere große politische Themen für Verunsicherung, die den Goldpreis weiter antreiben könnten, v. a. die anstehenden BrExit-Verhandlungen sowie wichtige Wahlen in Europa.

Wie Anleger die Gemengelage nutzen können

Wer sich als Anleger absichern will, sollte darauf achten, für sich die individuell beste Goldanlage zu wählen.

Dabei empfiehlt es sich, auf besicherte Anleihen zu setzen, für die physisches Gold hinterlegt ist, sofern man nicht selbst Münzen und Barren bunkern möchte.

Risikofreudigere Anleger, die auf eine weitere Steigerung des Goldpreises setzen, können sich außerdem bei Aktien von Goldminen-Betreibern umschauen:

Diese mussten sich während der Flaute-Phase vor 2016 darauf einstellen, mit niedrigeren Goldpreisen zu wirtschaften – und stehen gerade dadurch z. T. jetzt umso besser da.

Die meisten Beobachter rechnen jedenfalls damit, dass der Goldpreis im laufenden Jahr weiter ansteigen wird – auch wenn der Rally womöglich kurzfristig erst einmal die Luft ausgeht.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.