Goldpreis: Warum Gold auf 4.000 EUR steigen kann

Seit geraumer Zeit herrschen an den Rohstoffmärkten heftige Turbulenzen. Davon ist nicht nur der Ölpreis betroffen, der sich innerhalb des letzten Jahres mehr als halbiert hat und sich derzeit auf vergleichsweise niedrigem Niveau einzupendeln scheint.

Auch Edelmetalle sind von der Panikstimmung an den Märkten betroffen. Gold, das eigentlich als krisenfeste Währung gilt, hat bei vielen Anlegern Vertrauen verloren. Seit vier Jahren befindet sich der Goldpreis in einer Abwärtsbewegung – doch zumindest in Euro ging es seit Anfang 2015 wieder leicht aufwärts.

Die Expertenmeinungen hinsichtlich Barren und Münzen könnten geteilter kaum sein. Die einen warnen regelrecht vor einem Investment in Gold, die anderen raten dringend dazu, sich günstig einzudecken und den Goldanteil im eigenen Depot noch aufzustocken.

Verknappung des Angebots?

Ihre Argumentation folgt dabei einem gängigen Muster: So kann der anhaltend niedrige Goldpreis dazu führen, dass kleinere Minen auf Dauer nicht mehr profitabel produzieren können und früher oder später schließen müssen.

Dadurch wird insgesamt weniger Gold gefördert, es kommt zu einer Verknappung des Angebots – und im Verhältnis zu einer steigenden Nachfrage, was wiederum den Goldpreis in die Höhe treibt.

Dieser Logik folgend könnte der Goldpreis von aktuell rund 1.170 Dollar beziehungsweise knapp 1.060 Euro bis zum Ende der Dekade deutlich ansteigen. Optimistische Schätzungen gehen sogar von einer Vervierfachung auf bis zu 4.000 Euro bis zum Jahr 2020 aus.

Sollte sich diese Annahme bewahrheiten, wäre in einem überschaubaren Zeitfenster richtig viel Geld zu machen. Dementsprechend empfehlen Vertreter dieser Theorie, anstelle der üblicherweise empfohlenen fünf bis zehn Prozent Goldanteil im Anlagedepot eine Aufstockung auf bis zu ein Viertel.

Minenaktien unterbewertet

In diesem Kontext erscheinen zudem auch die Aktien von Minenbetreibern deutlich unterbewertet. Allen voran sind Branchengrößen wie Barrick Gold zu nennen – obwohl das Papier unter der Ausverkaufsstimmung dramatische Einbußen verzeichnet hat, ist der Marktführer noch lange nicht in seiner Existenz bedroht.

Ganz im Gegenteil: Werden kleinere Konkurrenten aus dem Markt gedrängt, festigt das eher noch die Position etablierter Minengesellschaften.

Für eine mittelfristige Wertsteigerung des Goldes spricht zudem der Abwertungsmarathon, in dem sich die Papierwährungen spätestens seit Ausbruch der Finanzkrise befinden. Die Zentralbanken übertrumpfen sich gegenseitig damit, die Druckmaschinen anzuwerfen und die Märkte mit Liquidität zu fluten.

Dadurch werden die staatlichen Währungen im Verhältnis immer weniger wert, während die globalen Goldbestände begrenzt bleiben und deutlich langsamer steigen. Das sichert ihren Wert, gerade angesichts der Anleihekaufprogramme durch die Europäische Zentralbank oder vorher die US-Notenbank Federal Reserve.

Auch mit Blick auf eine mögliche Zinswende brauchen sich Gold-Fans allen Unkenrufen zum Trotz keine allzu großen Sorgen zu machen: Während der Glanzzeiten des Goldes sind die Zinsen auch gestiegen.


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28. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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