Goldpreis vor neuen Allzeithochs

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Der Goldpreis hat ein neues Mehrjahreshoch erreicht. Für die nächsten Monate ist das Allzeithoch aus dem Jahr 2011 ein realistisches Ziel. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Zuletzt habe ich vermehrt Anfragen von Lesern bezüglich meiner Einschätzung zum Goldpreis bekommen. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise erreicht mich häufig die Frage, ob man jetzt nicht Gold im Depot haben sollte. Deshalb möchte ich Ihnen heute meine Einschätzung dazu geben.

Goldpreis gerät nur kurzzeitig unter Druck

Das verstärkte Interesse an Gold ist in der aktuellen Situation absolut nachvollziehbar. Schließlich gilt das gelbe Edelmetall als die Krisenwährung schlechthin. Gerade deshalb erscheint es verwunderlich, dass auch der Goldpreis nachgab, als es an den Aktienmärkten im März so richtig krachte.

Zunächst kletterte die Notierung mit gut 1.700 Dollar noch auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Als die Verkaufspanik um sich griff, rutschte aber auch der Goldpreis ab und korrigierte innerhalb weniger Tage um rund 15% bis auf ein zwischenzeitliches Tief bei 1.451 Dollar.

Diese auf den ersten Blick überraschende Entwicklung lässt sich leicht erklären. Der Corona-Schock brachte viele Investoren in finanzielle Schwierigkeiten und sorgte für Liquiditätsengpässe. Stichwort Margin Call. Wenn alles im Wert fällt, muss für Liquidität gesorgt werden. Dann werden eben auch Goldbestände verkauft.

Gold dürfte von höherer Inflation profitieren

Dadurch geriet der Goldpreis kurzzeitig ebenfalls unter Druck. Diesen Rücksetzer konnte die Notierung inzwischen aber schon wieder aufholen und ihr Februar-Hoch sogar übertreffen. Am Dienstag kletterte der Preis für die Feinunze in der Spitze bis auf 1.747 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit November 2012.

Offenbar wird Gold seinem Ruf als Krisenwährung also doch gerecht. Und die Aussichten sind weiterhin positiv. Die Notenbanken fluten die Märkte mit unvorstellbaren Billionenbeträgen. Diese Geldschwemme wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Anziehen der Inflation nach sich ziehen. Das wiederum spricht für Gold, das eben nicht auf Knopfdruck vermehrt werden kann.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Blick zurück zur Finanzkrise. Auch damals gab der Goldpreis zunächst nach, um dann eine beeindruckende Aufwärtsbewegung zu starten. Zwischen Oktober 2008 und September 2011 legte die Notierung um rund 180% zu.

Allzeithoch ist ein realistisches Ziel

Mit einer derart starken Rally sollte man nicht unbedingt rechnen. Grundsätzlich spricht aber viel dafür, dass der Goldpreis mittelfristig weiter zulegen kann. Auch die Charttechnik gibt grünes Licht für weiter steigende Notierungen. Nach dem Anstieg auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren ist mittelfristig ein Angriff auf das Allzeithoch bei rund 1.920 Dollar wahrscheinlich. Wird diese Marke geknackt, ist noch einiges mehr möglich.

Ein Hinweis noch, falls Sie sich für eine Investition in Gold interessieren: Physisches Gold lässt sich aufgrund der hohen Nachfrage derzeit nur mit extrem hohen Preisaufschlägen erwerben. Eine gute Alternative ist das börsengehandelte Xetra-Gold. Hier besteht auch die Möglichkeit, sich das Gold ausliefern zu lassen. Zudem wird Xetra-Gold in Euro gehandelt. Sie profitieren also zusätzlich von einer möglicherweise anhaltenden Euro-Schwäche.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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