Goldpreis: Was steckt hinter dem Minutencrash?

Lesen Sie jetzt die Hintergründe zum mysteriösen Minutencrash beim Goldpreis und erfahren Sie, wie es weitergehen könnte. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Gestern gab es ein kurioses Ereignis, das an den Börsen zwar immer mal wieder – aber unter dem Strich doch eher selten vorkommt: Einen Minutencrash. Davon spricht man, wenn Werte blitzartig aus ihrer gewohnten Handelsspanne ausschlagen und sich unmittelbar darauf wieder in der vorherigen Bandbreite einpendeln.

Am Montag traf es den Goldpreis. Dieser verlor am gestrigen Vormittag innerhalb von nur einer Minute 1,5% an Wert (am Aktienmarkt sind 1,5% Kursschwankung nicht ungewöhnlich, am Goldmarkt ist ein solcher Ausschlag selten) und fiel bis unter 1.237 US-Dollar je Feinunze. Damit markierte der Goldpreis zugleich für kurze Zeit den tiefsten Stand seit Mitte Mai dieses Jahres.

Außerdem ist bemerkenswert, dass das Handelsvolumen extrem hochgeschnellt ist. Innerhalb von nur einer Minute kletterte das Handelsvolumen auf 1,8 Mio. Feinunzen. Ein solches Niveau wurde nicht einmal nach dem überraschenden Brexit-Votum der Briten im vergangenen Sommer erreicht.

Mögliche Ursache: „Fat Finger“

Was aber war der Grund für diesen kuriosen Verlauf? Einige Händler sprachen von einem sogenannten „Fat-Finger-Trade“. Das bedeutet in dem Fall so viel wie ein unabsichtlich ausgelöster Preisrutsch durch einen Tippfehler eines Händlers.

Rohstoffanalyst Daniel Briesemann von der Commerzbank sagt, dass vieles darauf hindeutet, dass ein Händler eine Order unbeabsichtigt, beziehungsweise falsch ausgeführt hat. Wenn dem so sein sollte, lief es mit großer Wahrscheinlichkeit so ab, dass ein Händler beim Eingeben der Verkaufsorder das Volumen mit der Anzahl verwechselt hat.

Craig Erlam, Experte beim Analysehaus Oanda, hat dagegen eine andere Erklärung für den Minutencrash beim Goldpreis und verweist auf die gestiegene Risikobereitschaft der Anleger, die als sicher geltende Anlagen wie Gold belastet habe und die Aktienkurse gestern angetrieben hat. Dafür spricht die Tatsache, dass gestern auch andere Edelmetalle wie Silber und Platin unter Druck gerieten.

Wie es mit dem Goldpreis weitergeht

Aus meiner Sicht ist es letztlich egal, warum der Goldpreis gestern binnen kürzester Zeit vergleichsweise deutlich abgesackt ist. Viel wichtiger ist für mich die Frage, wie es mit dem Goldpreis und den Preisen anderer Edelmetalle weitergeht.

Wenn Sie sich für die Antwort auf diese Frage interessieren, empfehle ich Ihnen, den nachfolgenden Link anzuklicken und sich das dahinter liegende Video anzusehen, in dem ich mit meinen Kollegen Oliver Groß, Heiko Böhmer und Günter Hannich über die weitere Entwicklung von Gold und anderen Edelmetallen diskutiere.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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