Goldpreis wieder schwächer – das müssen Sie jetzt wissen

Der neue Fed-Chef Powell sieht die US-Wirtschaft auf einem guten Kurs- das setzt den Goldpreis erst einmal unter Druck. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

In dieser Woche notiert der Goldpreis etwas schwächer. Das liegt auch an den weiterhin sehr guten Konjunkturaussichten in den USA. Erst gestern sorgte hier der neue US-Notenbankchef Powell bei seiner ersten Senatsanhörung für weiteren Optimismus.

Und weitere positive Konjunkturaussichten stützen auch die Politik der US-Notenbank, die Zinsen in naher Zukunft deutlich anzuheben. Experten erwarten noch 3 weitere Zinsschritte im laufenden Jahr. In Zeiten steigender Zinsen wird es dann weniger attraktiv Gold zu halten – denn das Edelmetall liefert natürlich keine Zinsen und somit ist es attraktiver beispielsweise wieder auf Anleihen zu wechseln. Aus diesem Grund stand gestern der Goldpreis klar unter Druck und rutschte unter die Marke von 1.320 USD pro Unze.

Russland stockt die Goldreserven immer weiter auf

Gleichzeitig tauchen in diesen Tagen aber auch Meldungen auf, die Ihnen zeigen wie stark der Goldmarkt aktuelle Bewegung ist. So hat jetzt die russische Zentralbank aktuelle Daten zu den Goldbeständen veröffentlicht. Mit einem Goldbestand von 1.857 Tonnen hat Russland hier China überholt und nimmt jetzt den 5. Platz der weltweiten Rangliste ein.

Allerdings sind die offiziellen Zahlen gerade aus China mit Vorsicht zu genießen. Hier hat die Regierung letztmals im Oktober 2016 aktuelle Bestandsdaten veröffentlicht, die bei 1.843 Tonnen lagen. Wahrscheinlich hat die chinesische Regierung bis jetzt aber schon deutlich mehr Gold gekauft und so die eigenen Bestände weiter vergrößert.

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Sehr interessant ist auch der Blick auf die Exportdaten westlicher Länder. Hier hat zuletzt vor allen Dingen die Schweiz für Schlagzeilen gesorgt. Im Januar allein stiegen die Exportzahlen des Landes um 26 % auf 204,5 t. Der größte Anteil der Goldexporte ging nach China und Hongkong. Das zeigt ihn einmal mehr, wo gerade die Musik spielt auf dem weltweiten Goldmarkt.

Einige Minenwerte mit enttäuschenden Ergebnissen

Sehr aufschlussreich ist auch ein Blick auf die Entwicklung einiger Minenwerte. So haben einige Goldminen im 4. Quartal einen Verlust erzielt oder die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt. So erreichte Alamos Gold beim operativen Gewinn mit 161 Millionen USD die Analystenschätzungen nicht.

Iamgold hat das vierte Quartal sogar mit einem unerwarteten Verlust abgeschlossen. Der fiel mit 3 Cents pro Aktie sogar noch deutlich höher aus als von Analysten erwartet. Torex Gold erreichte einen Verlust von 0,25 EUR pro Aktie. Hier hatten die Analysten nur einen Verlust von 0,12 EUR erwartet.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.