Goldproduktion: Bald wird es deutlich bergab gehen – das sind die Gründe

Derzeit werden kaum noch große neue Goldvorkommen entdeckt. Das wird schon bald zu einem Rückgang der globalen Goldproduktion führen. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Beim Blick auf die Edelmetallmärkte ist immer auch die Entwicklung der Produktionszahlen entscheidend. Wie kaum anders zu erwarten, ist es in den vergangenen Jahren beim Gold beispielsweise stetig weiter nach oben gegangen.

Das liegt auch an den neuen Vorkommen die innerhalb der vergangenen Jahre in Produktion gegangen sind. Doch diese Entwicklung kommt langsam zum Ende. Während eben noch vor sieben Jahren große Vorkommen mit niedrigen Goldgehalten in Produktion gebracht worden sind, ist dies jetzt nur noch die Ausnahme. Das liegt schlicht und einfach an dem deutlich niedrigeren Preisniveau.

Große Vorkommen mit einem Goldgehalt von weniger als 1 g/Tonne lohnen sich tatsächlich nur, wenn der Goldpreis auch im Bereich um 1.500 Dollar oder sogar darüber steht. Doch davon sind wir aktuell noch weit entfernt. Zwar haben viele Produzenten es geschafft, ihre Produktionskosten nachhaltig zu senken. Im Durchschnitt haben aktuell viele der großen Goldminen Produktionskosten von weniger als 900 Dollar pro Unze.

Es fehlen die großen neuen Vorkommen – damit wir die Goldproduktion schon bald sinken

Doch es kommen kaum noch neue große Vorkommen mit hinzu in die Kalkulation. Das wird den Goldmarkt auf Sicht der nächsten Jahre deutlich verändern. Die Experten von Bloomberg haben aktuell eine Prognose aufgestellt, wonach das Minenangebot beim Gold bis zum Jahr 2025 um rund ein Drittel fallen könnte. Das liegt vor allem eben daran, dass kaum noch große neue Goldvorkommen entdeckt. Stellen Sie sich vor: Im Jahre 1987 wurden noch 37 Goldvorkommen entdeckt. 2014 ist diese Zahl auf nur noch 3 abgesunken.

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Mark Bristow, der Vorstandschef des Goldproduzenten Randgold Resources erwartet einen globalen Produktionshöhepunkt beim Gold innerhalb der kommenden drei Jahre. Danach erwartet er einen klaren Rückgang bei der Produktion, weil es eben den meisten Goldminen nicht gelingt, ihre Reserven wieder komplett aufzufüllen.

Ein ähnliches Bild bietet der Silbermarkt. Hier ist in einigen wichtigen Produktionsregionen schon jetzt ein Rückgang festzustellen. So ist die Produktion in Russland im vergangenen Jahr um rund 9 % gesunken im Vergleich zu 2016. Auch bei der Goldproduktion hat es in Russland einen Rückgang gegeben – auch wenn der mit 1,4 % nicht so stark ausgefallen ist.

Diese Signale sind auf jeden Fall wichtig für die weitere Entwicklung bei den Edelmetallen und Sie können sicher sein, dass ich die Entwicklung hier weiterhin für Sie im Blick habe.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.