Goldstandard kommt: Notenbanken kaufen große Mengen Gold

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China und Russland kaufen massiv Gold. Der Grund dahinter: Es sieht so aus, als ob diese Länder einen neuen Goldstandard anstreben – das hätte massive Folgen auch für Deutschland. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Auch wenn aktuell nur wenige Investoren auf den Goldmarkt schauen, so ist doch sehr viel los. Das zeigen auch ganz aktuelle Daten. Wie der World Gold Council jetzt bekannt gab, haben die Notenbanken seit 2013 weltweit nicht mehr so viel Gold gekauft wie im ersten Quartal 2019. Vor allem die chinesische und die russische Notenbank kauften große Mengen.

Russland allein erhöhte seinen Bestand um über 55 Tonnen Gold und besitzt nun mit einem offiziellen Bestand von 2.168 Tonnen fast ein Fünftel der weltweit von Notenbanken gehaltenen Goldbestände. Parallel dazu hat das Land seinen Bestand an amerikanischen Staatsanleihen und an US-Dollar abgebaut. Ähnliches läuft auch in China, das schon seit Jahren massiv Gold kauft.

Wichtig ist zu wissen, dass es sich hier nur um die offiziell zugegebenen Goldbestände in China und Russland handelt. Inoffiziell sind diese weitaus höher. Offiziell verfügt China nur über knapp 2.000 Tonnen Gold. Doch allein über die Schanghai Gold Exchange (die größte chinesische Warenbörse für den Handel mit Edelmetallen) hat das Land von 2008 bis 2017 über 13.700 Tonnen Gold importiert.

Dass China viel mehr Gold besitzt, als offiziell angegeben, wird auch durch eine Aussage des Vizepräsidenten der China Gold Association (CGA), Zhang Yongtao, gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua deutlich. Dort sprach er von Goldreserven von über 12.000 Tonnen. Damit hätte China die größten Goldreserven der Welt und mindestens sechs Mal mehr Gold als bisher offiziell verlautbart wurde.

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China und Russland setzen wohl in der Zukunft auf neuen Goldstandard

Dass gerade diese beiden Länder so massiv in Gold investieren, hat insbesondere im Hinblick auf China mit hoher Wahrscheinlichkeit nur einen Grund: Dort geht man wohl davon aus, dass die weltweite Schuldenblase bald platzen wird. Dann will man die Chance nutzen, um mit einem neuen Goldstandard – also der Anbindung der Geldmenge an einen hinterlegten Goldbestand –, den US-Dollar als Welt-Leitwährung zu verdrängen.

Auch wenn Edelmetalle derzeit nicht im Fokus der Anleger stehen, heißt das für Sie, dass Sie gerade hier investieren sollten. Gold und in Folge davon auch Silber und Platin werden einen ungeahnten Höhenflug erleben, wenn ein neuer Goldstandard ausgerufen wird.

Deshalb empfehle ich Ihnen Edelmetalle. Wichtig ist, dass Sie nur in physisches Material investieren und direkten Zugriff darauf haben. Alle „Papierwerte“ auf Edelmetalle sind bei so einem Szenario sehr schnell wertlos, weil in einem Crash schnell die Auslieferung von Edelmetallen ausgesetzt werden wird.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.