Goldtrend: Es geht wieder abwärts

Nach einigen schwachen Tagen hat sich auch der kurzfristige Trend beim Gold verschlechtert. Nun droht sogar weiteres Korrekturpotenzial beim Edelmetall. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Von Aufschwung kann beim Gold derzeit keine Rede sein. Die zwischenzeitliche deutliche Erholung auf bis zu 1.350 Dollar pro Unze ist schon wieder vorbei. In dieser Woche taucht der Goldpreis wieder deutlich unter die 1.300 Dollar-Marke.

Und auch aus Trendsicht hat sich das Bild wieder eingetrübt: Auf dem aktuellen Niveau notiert der Preis für die Feinunze auch wieder unter dem maßgeblichen kurzfristigen Trendindikator, der 20-Tage-Linie.

Durch die vorherige massive Korrektur war der Goldpreis auch schon unter die 100-Tage und sogar unter den langfristigen 200-tage Durchschnitt gerutscht. Damit befindet sich der Goldpreis in allen drei maßgeblichen Trendzeitzräumen wieder in Abwärtstrends.

Die grundsätzliche Lage an den Finanzmärkten müsste den Goldpreis eigentlich stützen: Immer mehr Unternehmen senken ihre Prognosen für das laufenden Jahr.

Das ist ein klarer Indikator für eine nachlassende Wirtschaftsleistung und deutliche Gefahren für die Konjunktur.

In einem solchen Umfeld suchen Investoren oft eine Absicherung in Form von Gold. Doch dieser Automatismus greift heute nicht mehr.

Und das liegt hauptsächlich an der Rolle der Notenbanken. Durch die lockere Geldpolitik werden eben Unternehmensdaten in den Hintergrund gedrängt.

Gold liegt nicht im Trend – das wird sich wieder ändern

Gold liegt aktuell nicht im Trend. Das ist das nüchterne Urteil im Sommer 2013. Aber Sie können sicher sein: Das wird sich wieder ändern. Das Angebot bleibt knapp.

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Die weltweite Produktion in den Minen steigt kaum noch an – und das trotz einiger Milliarden an Investitionen. Zudem ist hier auch keine Entspannung zu rechnen, weil viele neue Großprojekte erst einmal verschoben worden sind.

Und nur durch neue Minen kann das gesamte Produktionsniveau überhaupt aufrechterhalten werden, da alte Minen eben im Laufe der Jahre auch weniger Gold liefern.

Aber auch auf der Nachfrageseite zeigt sich ein spannendes Bild: Notenbanken nehmen zwar aktuell Wertberichtigungen auf ihre Bestände vor und das wird in den Medien groß berichtet.

Doch beziehen sich dieser Berichtigungen – wie vor einigen Tagen in der Schweiz – auf die deutlich höheren Kurse vor einem Jahr.

Nun sind das aber nur Berichtigungen auf den Buchwert und Sie können auch sicher sein, dass die Notenbanken mit ihren Beständen, die sie über Jahre angeschafft haben, noch deutlich im Plus liegen.

Zudem treten die Notenbanken weiterhin verstärkt als Käufer und nicht als Verkäufer auf. Auch dies ist ein weiteres positives Signal für mich.

Klar ist aber auch: Derzeit fehlt der klare Antreiber für den Goldpreis. Und so lange der ausbleibt, wird es wohl kaum zu einem massiven Preisanstieg beim Gold kommen.

Bei der aktuellen Trendlage ist sogar noch eine weitere Korrektur in den eher schwachen Sommermonaten beim Gold möglich.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.