Google Aktie: Künstliche Intelligenz soll Produkte verzahnen

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Google-Produkte sollen künftig noch stärker vernetzt werden, KI soll dabei helfen. Die Aktie präsentiert sich in glänzender Verfassung. (Foto: Denis Linine / shutterstock.com)

Die neue Datenschutzverordnung der EU tritt dieser Tage in Kraft. Sie soll dabei helfen, persönliche Daten stärker vor ungewolltem Zugriff zu schützen und für mehr Transparenz zu sorgen.

Wer erhebt eigentlich welche Daten zu welchem Zweck und wie lang werden sie für wen zugänglich gespeichert? Fragen wie diese rücken aus Sicht von Verbraucherschützern schon seit Jahren immer stärker in den Vordergrund und gewinnen aktuell an Brisanz angesichts der immensen Erfolge, die beispielsweise Amazon mit seinem smarten Lautsprecher Alexa einfährt.

Alexa reagiert nicht nur auf Sprachbefehle, diese werden auch aufgezeichnet und gespeichert. Und manchmal werden dabei auch Gesprächsfetzen aufgenommen, die gar nicht für Alexa bestimmt waren.

Späte Regulierung

So löblich der Grundgedanke der neuen EU-Verordnung also ist – sie kommt reichlich spät. Denn schon seit Jahren sammeln insbesondere die großen Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley alle Daten, die sie kriegen können.

Amazon analysiert unser Kaufverhalten, Facebook durchleuchtet unsere Sozialkontakte und Google weiß, wonach wir suchen. Gigantische Datenmengen werden zusammengeführt, heraus kommt ein immer engmaschigeres Abbild unseres Konsum-, Kontakt- und generellen Onlineverhaltens.

Besonders schön ist das aus Sicht derjenigen, die bei Google und Co. Werbeanzeigen schalten, denn diese können gezielt ausgespielt werden an Personen, die sich wahrscheinlich dafür interessieren. Personalisierte Werbung gilt seit jeher als Begründung Nummer eins, um das massenhafte Datensammeln zu rechtfertigen.

Doch es geht um mehr. Denn die großen Datenmengen helfen auch dabei, die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, kurz: KI, voranzutreiben. Diese nimmt bei allen großen Tech-Unternehmen einen immer höheren Stellenwert ein.

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Google setzt verstärkt auf KI

Gerade erst hat Google im Rahmen einer Entwicklerkonferenz noch einmal bekräftigt, im Kontext nahezu aller seiner Produkte verstärkt KI-Elemente einsetzen zu wollen. Der Google Assistant soll weiter verfeinert werden und insgesamt eine größere Rolle spielen.

Er soll beispielsweise besser als bisher in der Lage sein, in Konversationen den Kontext zu begreifen und auch eigenständig einfache Telefonate führen, um beispielsweise Terminvereinbarungen zu treffen.

Zudem sollen die verschiedenen Google-Dienste noch enger als bisher miteinander verzahnt werden. Ergebnisse zu Suchanfragen sollen zum Beispiel mit zusätzlichen Informationen aus Wikipedia, YouTube oder Google Maps unterfüttert werden.

Google Aktie weiterhin stark

Doch auch „Hilfe zur Selbsthilfe“ beziehungsweise zur Selbstregulierung unterstützt Google künftig stärker. So soll der Nutzer etwa ein Limit für das eigene Online-Surfen am Smartphone festlegen können und wird von Google darauf hingewiesen, wenn die selbstgewählte Deadline naht. Zudem kann sich der Nutzer anzeigen lassen, wann und wie lang er welche Apps genutzt hat. Am Ende des Tages weiß die Suchmaschine hier womöglich mehr über den Nutzer als er über sich selbst.

Was auch ohne Google Assistant jeder weiß, der sich für das Börsengeschehen interessiert, ist, dass die Aktie von Google-Mutter Alphabet in den vergangenen Wochen wieder kräftig zulegen konnte. Allein auf Wochensicht liegt das Plus an der Wall Street bei gut 6 Prozent.

Die Alphabet Aktie ist aus Sicht der meisten Analysten ein klarer Kauf. Die Kursziele liegen dabei meist zwischen 1.250 und 1.350 Dollar – und somit im Schnitt gut 13 Prozent oberhalb der jüngsten Notierung.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.