GoPro-Aktie: Achterbahnfahrt des Kamera-Herstellers geht weiter

Was Sie als Investor nach dem schwachen Ausblick des US-Actionkamera-Herstellers GoProwissen müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Als GoPro-Anleger brauchen Sie auch weiterhin starke Nerven, denn der Kursverlauf des Pioniers für Actionkameras ist alles andere als langweilig.

Dem kometenhaften Aufstieg der Aktie von 24 Dollar (Preis zum Börsengang) bis auf über 90 Dollar folgte ein regelrechtes Kurs-Massaker:

GoPro-Aktie mit wilder Achterbahnfahrt

Nachlassende Wachstums-Dynamik, Preisdruck und Produktions-Fehler im neuen Geschäftsfeld mit Drohnen sorgten für massive Verunsicherung.

In der Folge taumelten die Papiere bis auf 7 Dollar in den Keller, bevor eine Stabilisierung einsetzte.

Zuletzt haben die Anleger jedoch wieder Mut gefasst.

Denn der Gründer und Firmenchef Nicholas Woodman feierte erste Restrukturierungs-Erfolge und schraubte seine Prognose im Jahresverlauf nach oben.

Doch mit den gerade vorgelegten Geschäfts-Ergebnissen wurde die Euphorie abrupt ausgebremst: Die Aktie musste einen Tagesverlust von immerhin 12% verbuchen.

Und so bleiben einige Fragen:

  • Was waren die Gründe für den starken Kurs-Einbruch?
  • Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Technologie-Konzerns?
  • Wie schätzen die Analysten die Lage ein?

Quartals-Zahlen schlagen Analysten-Schätzungen deutlich….

An den aktuellen Quartals-Zahlen kann der Unmut der Anleger wohl kaum gelegen haben, denn die Ergebnisse lagen über den Erwartungen und konnten durchaus überzeugen.

Immerhin kletterten die Erlöse im 3. Quartal auf 330 Mio. Dollar.

Das entspricht einem Wachstum von beeindruckenden 37% zum vergleichbaren Vorjahres-Quartal und lag deutlich über den Experten-Schätzungen (314 Mio. €).

Besonders erfreulich: Sämtliche Regionen entwickelten sich positiv:

In Amerika kletterten die Erlöse um 20%, in Europa, dem Mitteren Osten und Afrika um 26% und in der Region Asien / Pazifik sogar um 153%.

Insgesamt verschiffte GoPro 1,14 Mio. Kameras – und damit 12% mehr als im Vorjahr.

Noch stärker fiel die Diskrepanz bei der Gewinn-Entwicklung aus:

Nach einem Quartals-Verlust von 104 Mio. Dollar im Vorjahr erreichte GoPro jetzt wieder einen Gewinn von 14,7 Mio. Dollar bzw. 15 Cent je Aktie.

Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld nur von einem Gewinn in Höhe von 2 Cent je Anteilsschein ausgegangen.

…..aber die Prognose für das Schlussquartal enttäuscht

Schwach war hingegen der Ausblick für das wichtige Weihnachts-Quartal.

Zwar passte Firmenchef Woodman die Umsatz-Prognose auf 480 Mio. US-Dollar leicht nach oben an, doch das war den Analysten nicht genug. Diese rechneten bislang mit Erlösen von 521 Mio. US-Dollar.

Damit wurde die Befürchtung gestärkt, dass die Erholung des Technologie-Unternehmens wieder ins Stocken geraten könnte.

Karma-Drohne Nr. 2 in den USA

Erfreulich war hingegen, dass es nach dem holprigen Einstieg in den Drohnenmarkt mittlerweile rund läuft:

Nach Produkt-Rückrufen zu Beginn ist die Karma-Drohne mit einem Verkaufs-Preis von 1.000 Dollar mittlerweile die zweitmeistverkaufte Drohne in den USA.

Firmenchef setzt den Rotstift an

Unterdessen machen sich die Kostensenkungs-Maßnahmen der Konzernführung deutlich bemerkbar:

Bei einem erwarteten Jahres-Umsatz zwischen 1,3 und 1,325 Mrd. Dollar sollen die angepassten operativen Ausgaben auf unter 490 Mio. Dollar sinken.

Das entspricht einer Kostensenkung von beeindruckenden 30%. Ob dies allerdings ausreicht, die Anleger wieder in die Aktie zu treiben, darf bezweifelt werden.

Die Investoren wollen sehen, dass GoPro mit neuen Produkten auch die Gewinnmarge nach oben treiben und die Konkurrenz in Schach halten kann.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.