Gopro-Aktie: Actionkamera-Spezialist schickt Aktie mit Horror-Quartal in den Keller

So schnell kann die Party wieder vorbei sein; dabei hatte sich die Aktie des stark gebeutelten Kultkonzerns Gopro zuletzt deutlich erholt.

Doch damit dürfte jetzt vorerst einmal Schluss sein.

Denn nach der Kursverdopplung von Mai bis Anfang Oktober ist der Aufwärtstrend mit der Vorlage der Zahlen zum 3. Quartal jäh zum Stoppen gekommen.

Die Anleger quittierten das schwache Abschneiden des Technologie-Konzerns mit kräftigen Abverkäufen und schickten die Papiere um knapp 1/5 in den Keller.

Was die Ursachen für die Enttäuschung sind, was Sie mittelfristig erwarten können und was dies für die Aktie bedeutet, erfahren Sie jetzt.

Actionkamera-Hersteller schockt mit tiefroten Zahlen

Gerade hatten die Anleger Hoffnung geschöpft, dass es mit den Geschäften wieder aufwärts geht.

Besondere Erwartungen knüpften die Investoren an die gerade erst auf den Markt gebrachte Karma-Drohne.

Hiermit wollte sich der Ein-Produkt-Konzern breiter aufstellen und an dem rasant wachsenden Markt für unbemannte Fluggeräte teilhaben.

Aber weit gefehlt: Die aktuellen Zahlen malen ein Besorgnis erregendes Bild.

Denn die Erlöse schmolzen im Vergleich zum Vorjahres-Quartal regelrecht zusammen: Um satte 40% purzelten die Umsätze auf nur noch 240,6 Mio. Dollar in die Tiefe.

Dabei schrieb der Konzern mit einem Verlust von 104 Mio. Dollar tiefrote Zahlen.

Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahres-Quartal stand noch ein Profit von 18,8 Mio. Dollar in den Büchern.

Hoffnungen liegen auf starkem Weihnachts-Quartal

Wie bereits in der Vergangenheit ist das Geschäft von Gopro von einem starken saisonalen Effekt geprägt. Ein Großteil der Ergebnisse fährt die US-Firma nämlich im Weihnachts-Quartal ein.

So will der Technologie-Konzern u. a. mit seiner neuen Drohne und einem neuen wasserfesten Kamera-Modell im letzten Vierteljahr 600 – 650 Mio. Dollar durch die Bücher schleusen.

Dass diese Ziele ambitioniert sind, zeigt Ihnen ein Blick in die Vergangenheit: Sogar im bislang besten Quartal (Q4 2014) brachte es Gopro „nur“ auf 634 Mio. Dollar Umsatz.

Goldgräber-Stimmung ist längst verflogen

Warum das Erreichen der Planungen immer ambitionierter wird, sehen Sie an der aktuellen Marktentwicklung. Denn längst muss sich Gopro den Markt für Action-Kameras mit vielen Mitbewerbern teilen.

Zunehmend erreichen auch die Nachbauten das Qualitäts-Niveau der einstmals so hochgelobten Gopro Hero-Modelle.

Gopro hat den Markt als Pionier zwar entscheidend beeinflusst, mit seinen jahrelang hohen Gewinnen aber auch reichlich Wettbewerber angelockt.

Mittlerweile zweifeln auch viele Analysten die Größe des Marktes an. Auf Grund der hohen Kamera-Qualität bleiben Ersatzkäufe häufig aus und eine Marktsättigung rückt näher.

Zugleich trifft Gopro im Markt für Drohnen auf die nahezu übermächtige Konkurrenz aus China.

Sie müssen wissen: DJII, Die absolute Nr. 1 weltweit, macht Milliarden-Umsätze und bringt sämtliche Anbieter mit Kampfpreisen in die Bredouille.

Komplettes Ökosystem soll Kundenbindung erhöhen

Um im Wettbewerb nicht vollkommen unterzugehen, versucht Gopro ein Ökosystem zu errichten: Die Kamera wird per App gesteuert, das Material kann bearbeitet und zugleich in sozialen Netzwerken geteilt werden.

Da können die Hersteller preiswerter Kameras nicht mithalten. Aber ob das ausreicht, um das Ruder herumzureißen, darf bezweifelt werden.

Die Gesamtjahres-Prognose hat Gründer und Firmenchef Nick Woodman schon vorsorglich reduziert:

Jetzt peilt der Gopro-Konzern mit einem Jahres-Erlös von 1,25 – 1,30 Mrd. Dollar weniger an als zuvor (1,3 – 1,35 Mrd. Dollar).

Zugleich hat Woodman vor möglichen Produktions-Engpässen im 4. Quartal gewarnt. Sollten diese eintreffen, könnte auch die neue Planung schnell hinfällig werden.

7. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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