GoPro-Aktie: Die Hoffnung stirbt zuletzt

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GoPro: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Actionkamerahersteller schlägt Markterwartungen, steckt aber weiter tief in der Verlustzone (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Der Leidensweg der GoPro-Anleger ist lang. Von der Euphorie nach dem Börsengang vor gut vier Jahren ist nichts mehr übriggeblieben. Damals schoss die Aktie innerhalb kürzester Zeit von ihrem Ausgabepreis von 24 Dollar bis auf knapp 99 Dollar in der Spitze. Mittlerweile notieren die Papiere nur noch bei knapp 5,5 Dollar. Nach einer Serie von schwachen Geschäftszahlen hat sich die Firma sogar selbst zum Verkauf gestellt. Doch auch die Spekulationen um eine baldige Übernahme haben dem Kurs nur kurzfristig auf die Beine geholfen.

Führender Hersteller von Actionkameras

GoPro Inc. mit Sitz in San Mateo (Kalifornien) entwickelt und vertreibt Action-Kameras unter der Marke Hero. Das Produktsortiment des Unternehmens umfasst neben Kameras auch entsprechendes Zubehör, das teilweise unter dem Label BacPac vertrieben wird. Hierzu zählen Produkte wie Ersatzbatterien, Ladegeräte, Kabel, Beschlagschutzmittel, Rettungsschwimmkörper, Tauchfilter, Video-Transmitter und Mikrofone.

Für den Bereich Bergsteigen offeriert GoPro beispielsweise auch Helme, Führungsrollen, Sturzbügel. Haltegriffe, Dreifuß-Halterungen, Handgelenkschutz und Brustgurte sowie anderes Accessoires. Softwarelösungen wie GoPro Studio, das Nutzern ein Tool zum Bearbeiten von Videos bereitstellt, die mit GoPro-Kameras gemacht worden sind, runden das Produktsortiment ab.

Jahresauftakt über den Erwartungen

Mit den gerade vorgelegten Zahlen sorgte der US-Konzern für einen kleinen Lichtblick. Denn mit einem Umsatzminus von 7,4% lag GoPro besser als von den Analysten im Vorfeld befürchtet wurde. Unterm Strich erzielte der Konzern einen Umsatz von 202,3 Millionen Dollar. Sie müssen wissen: Im vergangenen Jahr hatte GoPro erstmals eine günstige Einsteigerkamera auf den Markt gebracht, die mittlerweile gut vom Markt angenommen wurde. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hatte GoPro 3% mehr an Kameras verkauft, aber eben zu günstigeren Preisen.

GoPro steckt weiterhin in der Verlustzone fest

Trotz der eingeleiteten Sparmaßnahmen konnte GoPro im ersten Quartal nicht die Gewinnzone erreichen. Insgesamt fiel ein Verlust von 76,3 Millionen Dollar an. Damit wurden der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings verringert (111,1 Millionen Dollar).

Fokus auf das Kerngeschäft soll es richten

Nach den schwachen Ergebnissen in den vergangenen Quartalen hat GoPro zahlreiche strategische Schritte unternommen. Der Ausflug ins Drohnengeschäft entpuppte sich aber genauso als Luftnummer wie das Geschäft mit Medieninhalten.  Jetzt will der Konzern wieder zurück zu seinen Wurzeln und einfach nur gute Kameras mit einer praktischen App bauen.

Zugleich sollen neue Kunden mit günstigen Einsteigermodellen langfristig an den Konzern gebunden und als spätere Käufer von teureren Modellen gewonnen werden. Dabei will Firmenchef Woodman vor allem die Bedienerfreundlichkeit verbessern. Dafür investiert der Technologiekonzern vor allem in Bilderkennung, um zu erkennen, welche Sportart der Nutzer gerade ausübt.

Operativ kein Grund zum Einstieg – lediglich Übernahme könnte für Rückenwind sorgen

Skeptiker gibt es viele. Zahlreiche Branchenexperten halten den Markt für gesättigt. Zudem sorgt der zunehmende Wettbewerb für kräftigen Gegenwind. Operativ spricht also wenig für einen Einstieg. Trotz des Kursdebakels ist der Konzern weiterhin knapp 610 Millionen Dollar schwer. Im Vergleich zu anderen Elektronikherstellern, die profitabel arbeiten, ist das alles andere als günstig. Der Kurs dürfte daher weiter starken Schwankungen unterliegen. Lediglich eine Übernahme könnte den Papieren deutlichen Auftrieb verleihen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.