GoPro-Aktie: Kamera-Hersteller im Wechselbad der Gefühle

Die wechselhafte Kurs-Entwicklung des Pioniers für Actionkameras setzt sich weiter fort.

Ein kurzer Blick auf den Chart zeigt Ihnen, dass die Aktie wahrlich nichts für schwache Nerven ist:

Mit der nahezu ungebremsten Euphorie explodierte der Anteilspreis nach dem Börsengang vor 3 Jahren regelrecht von 24 auf 94 Dollar – wohlgemerkt in nicht einmal 3 Monaten!

Dann folgte eine Achterbahnfahrt:

Mit nachlassender operativer Dynamik schmolz der Aktienkurs, unter zwischenzeitlichen Gegenbewegungen von z. T. 100%, bis auf 7,24 Dollar im März dieses Jahres dahin.

Hoch gelobt und tief gefallen

Parallel mit der Entwicklung der Kurse entwickelten sich auch die operativen Geschäfte:

Von 2011 – 2015 gingen die Umsätze von 234 Mio. Dollar auf 1,62 Mrd. Dollar regelrecht durch die Decke.

Die Gewinnmargen erreichten allerdings schon 1 Jahr früher mit 9,19% (128 Mio. Dollar Nettogewinn) ihren Höhepunkt.

Seither kämpfte GoPro mit zunehmender Konkurrenz und Margendruck. Bei 1,18 Mrd. Dollar Umsatz erwirtschaftete der Konzern zuletzt einen Jahres-Verlust in Höhe von 419 Mio. Dollar.

Stabilisierung des Aktienkurses

Seither hatte zuletzt eine deutliche Stabilisierung eingesetzt:

Die eingeleiteten Restrukturierungs-Maßnahmen und Produkt-Offensiven mündeten in einer Erhöhung der Jahres-Prognose und schoben den Aktienkurs um immerhin 60% bis auf 11,69 Dollar an.

Dass die Aktie aber weiterhin anfällig ist, zeigt Ihnen der jüngste Kursknick der vergangenen beiden Tage, der Aktie wieder unter 10,40 Dollar gedrückt hat.

Neue Produkte sorgen für Phantasie

Vor wenigen Tagen wurden die neuen GoPro-Hero-Kameramodelle vorgestellt.

Das wichtigste Gerät der Modell-Palette ist die Hero 6 Black. Die größten Veränderungen finden Sie im Inneren der Kamera:

Ein exklusiv für GoPro entwickelter Chip, der 4K-Videos mit 60 Frames pro Sekunde schafft – und 240 Frames bei Full HD.

So wirken extreme Zeitlupen-Aufnahmen auch bei hoher Auflösung noch flüssig. Dazu wurde die Stabilisierungs-Funktion verbessert und ein digitaler Zoom lässt sich per virtuellem Schieber regeln.

Drohne hebt endlich ab

Nach dem verpatzten Start der Karma-Drohne im vergangenen November kommt GoPro jetzt auch in diesem Geschäft endlich auf Spur:

Nach einer großen Rückrufaktion ist die Drohne mittlerweile die zweitmeistverkaufte in den USA.

Im 2. Quartal trug das Fluggerät bereits mit 10% zu den Gesamt-Erlösen des Technologie-unternehmens bei.

Vorstoß in den Softwaremarkt

Zugleich will die Firma auch den Softwaremarkt erobern. Die neue App QuikStories soll dem Nutzer das Leben erleichtern.

Filmmaterial wird automatisch von der Kamera auf das Smartphone geladen und zu „Ready-To-Share-Videos“ weiterverarbeitet. Der Nutzer kann diese Videos nach Belieben anpassen.

Prognosen nach oben geschraubt

Für das 3. Quartal zeigt sich Firmengründer und Vorstand Nick Woodmann ausgesprochen optimistisch.

Die Erlöse sollen mit 310 Mio. Dollar am oberen Ende der ursprünglich prognostizierten Spanne rauslaufen. Im 4. Quartal belaufen sich die Schätzungen aktuell auf 517 Mio. Dollar Umsatz.

Google könnte dazwischenfunken

So weit, so gut – wäre da nicht der Technologie-Gigant Google, der gerade eine smarte Kamera vorgestellt und damit laut Analysten den jüngsten Kursrutsch der GoPro-Aktie verantwortet hat.

Das Gerät soll selbstständig Fotos machen und den Fotografen hinter der Kamera hervor und aufs Bild holen. Die sollen das Gerät einfach hinstellen und ohne ihre Hände steuern können.

Dank eingebauter Software und Algorithmen für maschinelles Lernen auf dem Gerät selbst, soll die smarte Kamera dabei immer besser werden und lernen können, welche Aufnahmen gewünscht sind.

Dass der Kurssturz nur auf die Google-Meldung zurückzuführen ist, dürfte wenig wahrscheinlich sein.

Noch nicht einmal der Konzern selbst sieht die 240 Dollar teure Kamera als Action-Cam – zudem ist der Verkauf nur auf die USA beschränkt.

Die Korrektur dürfte nach der Aufwärts-Bewegung eher auf klassische Gewinn-Mitnahmen zurückzuführen sein.

6. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Richard Mühlhoff. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt