GoPro-Aktie: Neuer Sparkurs lässt Aktie haussieren

Anleger, die auf die Aktie des Actionkamera-Herstellers GoPro gesetzt haben, brauchen wirklich starke Nerven:

Hohe Zuwachsraten und satte Gewinnmargen gehören nämlich längst der Vergangenheit an – kein Wunder, dass sich auch der Aktienkurs meilenweit von seinen Höchstständen entfernt hat.

Seit Oktober 2014 ging es mit den Papieren um gut 80% bergab, auf Sicht von 1 Jahr liegt die GoPro-Aktie trotz des Kurssprungs von 15% am Freitag immer noch mit 35% in der Verlustzone.

Höhenflug des Ein-Produkt-Unternehmens jäh beendet

Falls Sie Go-Pro noch nicht kennen sollten: Der US-Konzern ist ein Pionier im Geschäft mit Actionkameras, die insbesondere bei Sportlern und Abenteurern beliebt sind.

Damit fuhr der Konzern jahrelang gute Ergebnisse ein:

Alleine von 2011 – 2015 kletterten die Jahres-Erlöse von 234 Mio. Dollar auf über 1,6 Mrd. Dollar. Zu seinen Glanzzeiten erzielte GoPro eine Gewinnmarge von über 10%.

Doch das ist lange her; mittlerweile macht die verstärkte Konkurrenz durch Kameras anderer Anbieter sowie die allgegenwärtigen Smartphones schwer zu schaffen.

Zuletzt gab es auch Zweifel daran, wie groß der Markt für Actionkameras überhaupt ist.

Wichtiges Weihnachts-Quartal versemmelt

Das zeigt Ihnen auch ein Blick in das für GoPro so wichtige Weihnachts-Quartal. Die Kamera-Verkäufe stiegen um 14% auf 2,3 Mio.

Damit kletterten die Umsätze zwar auf 540,6 Mio. Dollar, lagen aber spürbar unter den Erwartungen der Analysten. Diese waren im Vorfeld von 570 Mio. Dollar Umsatz ausgegangen.

Zugleich hält der Druck auf die Gewinnmargen weiter an. Der Verlust explodierte im Schlussquartal regelrecht auf 115 Mio. Dollar.

Im Gesamtjahr stand ein Umsatz-Rückgang von 26% und Verluste in Höhe von 419 Mio. Dollar in der Bilanz.

2. Stellen-Abbau in 4 Monaten

Es ist also nicht verwunderlich, dass der Technologie-Konzern auf die Kostenbremse tritt.

Zum 2. Mal innerhalb von gerade einmal 4 Monaten hat GoPro einen groß angelegten Stellen-Abbau verabschiedet; bereits im November kündigte der Konzern den Abbau von 200 Arbeitsplätzen an.

Zum Jahreswechsel beschäftigte der Kamera-Spezialist rund 1.550 Mitarbeiter, jetzt sollen nochmals 270 Jobs eingespart werden.

Damit fallen noch einmal 17% aller Stellen dem Sparprogramm zum Opfer. Mit den harten Einschnitten sollen die jährlichen Kosten von 585 auf 495 Mio. Dollar gedrückt werden.

Holpriger Ausflug in den Drohnenmarkt

Um die Abhängigkeit von lediglich einem Produkt zu reduzieren und sich neue Erlösquellen zu erschließen, beschloss GoPro mit der Kameradrohne Karma in den Markt für unbemannte Fluggeräte einzusteigen.

Nach Absturz-Gefahr mussten die Drohnen allerdings nach gerade einmal 2 Wochen im November wieder vom Markt genommen werden.

Seit Anfang Februar wird die Drohne wieder verkauft, nachdem bei der Versiegelung der Batterien nachgebessert wurde.

Schwache Prognose für das laufende Quartal

Im laufenden Quartal rechnet der Kamera-Hersteller mit einem Umsatz von rund 200 Mio. Dollar.

Er liegt auch damit deutlich unter den Schätzungen der Analysten, die bislang 270 Mio. Dollar erwartet hatten.

Fazit

Auch wenn die Aktie nach dem neuen Sparprogramm deutlich positiv reagiert, ist fundamental noch lange keine Entwarnung angesagt.

Entscheidend sind die Verkaufszahlen auf dem Markt für Actionkameras. Dieser gilt als nahezu gesättigt. Die Erneuerungs-Zyklen sind hier deutlich geringer als bei Smartphones.

Ob sich der Ausflug in den Drohnenmarkt wirklich rechnet, ist ebenso abzuwarten.

Abgesehen vom übermächtigen Marktführer aus China „DJII“ verdienen die meisten Firmen mit Drohnen für Privatleute so gut wie gar kein Geld.

Das zeigt Ihnen auch ein Blick auf den französischen Drohnen-Hersteller Parrot, der zuletzt heftige Verluste ausweisen musste.

Insofern ist die Aktie auch weiterhin mit einem ausgesprochen hohen Risiko behaftet.

21. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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