GoPro: Satz mit X, das war wohl nix

GoPro Kamera – Boiarkina Marina shu

GoPro: Kameraspezialist enttäuscht im Weihnachtsgeschäft. Aktie geht in den Korrekturmodus über. Für Anleger geht die Hängepartie in die nächste Runde (Foto: Boiarkina Marina / Shutterstock.com)

Das Geduldspiel für die GoPro-Anleger geht in die nächste Runde. Mit Vorlage der Zahlen zum wichtigen Weihnachtsquartal hatten die Anleger auf einen Befreiungsschlag gehofft. Leider vergeblich: Trotz satter Wachstumsraten wurden die Prognosen der Analysten auf ganzer Linie enttäuscht. Die Kursreaktion ließ nicht lange auf sich warten.

Um beinahe 10% rauschten die Papiere in den Keller. Damit verharren die Papiere auf Sicht der zurückliegenden 12 Monate tief in der Verlustzone (-24%) – wohlgemerkt in einer Zeit, in der es für den breiten Aktienmarkt deutlich nach oben ging. Für Sie zum Vergleich: Der S&P 500 Index kletterte im gleichen Zeitraum massiv um beinahe 25% nach oben.

Führender Hersteller von Actionkameras

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen erst einmal näher vorstellen. Der US-Konzern startete als reiner Kamerahersteller und bracht im Jahr 2004 die erste GoPro-Kamera (Hero 35mm) auf den Markt. Das Besondere: Die Kameras waren vor allem bei Extremsportlern beliebt. Sie wurden Helmen, Mountainbikes oder Kayaks montiert und lieferten spektakuläre, bis dahin nie dagewesene Aufnahmen in hoher Qualität. GoPro kreierte als „First Mover“ einen komplett neuen Absatzmarkt.

Mittlerweile umfasst das Produktsortiment des Unternehmens neben Kameras auch entsprechendes Zubehör, das teilweise unter dem Label BacPac vertrieben wird. Hierzu zählen Produkte wie Ersatzbatterien, Ladegeräte, Kabel, Beschlagschutzmittel, Rettungsschwimmkörper, Tauchfilter, Video-Transmitter und Mikrofone.

Für den Bereich Bergsteigen offeriert GoPro beispielsweise auch Helme, Führungsrollen, Sturzbügel. Haltegriffe, Dreifuß-Halterungen, Handgelenkschutz und Brustgurte sowie andere Accessoires. Softwarelösungen wie GoPro Studio, das Nutzern ein Tool zum Bearbeiten von Videos bereitstellt, die mit GoPro-Kameras gemacht worden sind, runden das Produktsortiment ab.

Wachstum im Weihnachtsquartal….

Auf den ersten Blick sahen die Zahlen für den unbeteiligten Investor gar nicht mal schlecht aus. Immerhin kletterten die Umsätze im Schlussquartal um 40% auf 528 Millionen Dollar in die Höhe. Gleichzeitig verbesserte sich der Gewinn um 22% auf 65 Cent je Aktie. Bereinigt um Sonderposten blieben am Ende 70 Cent je Anteilschein übrig.

…..lag deutlich unter den Erwartungen

Doch das Zahlenwerk verliert deutlich an Glanz, wenn Sie es mit den im Vorfeld erwarteten Eckdaten vergleichen. So rechneten die Analysten mit 38 Millionen Dollar mehr Umsatz (+7,1% Differenz). Beim Gewinn gingen die Experten sogar von 79 Cent je Aktie aus. Damit lag das erreichte Ergebnis 11% unter den Schätzungen.

GoPro auf Jahressicht wieder in der Gewinnzone

Zumindest erreichte der Kameraspezialist nach drei Verlustjahren in Folge wieder die Gewinnzone. Auf Jahressicht gingen bei dem US-Konzern insgesamt Umsätze in Höhe von 1,195 Milliarden Dollar durch die Bücher. Auch das lag zwar unter den Erwartungen von 1,24 Milliarden Dollar, aber wenigstens leicht über dem 2018er-Niveau (1,15 Milliarden Dollar). Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 24 Cent je Aktie hängen. Sie müssen wissen: Im Vorjahr verharrte GoPro mit 23 Cent Verlust je Aktie noch tief in den roten Zahlen.

Hoffnung liegt auf wiederkehrenden Erlösen

Dabei kämpft GoPro weiter mit zunehmendem Wettbewerb, der sich vor allem auf die Preise negativ auswirkt. Unterdessen versucht der Konzern sein Geschäft mit Abo-Dienstleistungen weiter auszubauen, um die Umsätze auf eine breitere Basis zu stellen. Im Rahmen des Abos erhalten Kunden Speicherplatz in der Cloud, speziellen Reparaturservice oder auch bestimmte Rabatte auf Zubehörteile.

Ende des vierten Quartals des Geschäftsjahres 2019 zählte der Abo-Dienst GoPro Plus mehr als 334.000 aktive zahlende Nutzer, ein Wachstum um 69% zum Vorjahreszeitraum. Ob das allerdings ausreicht, um auch die Aktie wieder auf den Wachstumspfad zu bringen, ist fraglich. Von seinen alten Rekordwerten (1,6 Milliarden Dollar Umsatz in 2015 und nachhaltigen Gewinnen) ist GoPro noch Lichtjahre entfernt.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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