GoPro: Übernahmegerüchte lassen Aktienkurs des gebeutelten Kameraherstellers anspringen

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Gerüchte um Apple-Übernahme beenden Talfahrt (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

So schnell kann es an der Börse gehen. Im Juni 2014 kam der Hersteller von trendigen Actionkameras an die Börse und entwickelte sich in kürzester Zeit zum Anlegerliebling. Innerhalb von nur vier Monaten stieg die Aktie um 200%. Der Börsenwert lag damals bei knapp 10 Milliarden Dollar.

Doch dann folgte ein beispielloser Absturz. Von fast 94 Dollar sackten die Papiere bis auf 16 Dollar in den Keller. Alleine in diesem Jahr stehen 70% Kursverlust auf der Uhr. Nach schwachen Zahlen haben Anleger die Aktie nicht mal mehr mit der Kneifzange angepackt.

In den vergangenen Tagen kam es aber zu einer starken Gegenbewegung bis auf 19,50 Dollar. Der Grund war schnell gefunden. Denn im Markt kursierten Gerüchte, wonach der Tech-Gigant Apple kurz vor einem Übernahmeangebot steht.

Gerüchte von Analysten gestreut

Das Gerücht kam dieses Mal aber nicht aus dem Umfeld des Unternehmens, sondern wurde von einem Experten der US-Investmentbank FBR in die Welt gesetzt. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Apple als potentieller Käufer bei GoPro ins Spiel kommt. Bereits im September kursierten ähnliche Gerüchte im Markt.

GoPro besonders bei Risikosportlern beliebt

Warum eigentlich dieser Hype um einen Kamerahersteller? GoPro stellt Kameras her, die beispielsweise an Helmen, Surfbrettern oder Fahrrädern befestigt werden und bei Extrem-Sportlern verwendet werden.

Die Bildqualität ist extrem gut, die Kameras leicht und sehr klein. Immer mehr Hobby-Sportler haben sich daher die Kameras zugelegt und die Aufnahmen dann ins Internet gestellt.

Hohe Wachstumsraten

Dabei konnten sich die Wachstumsraten durchaus sehen lassen. Lagen die Erlöse in 2011 noch bei 234 Millionen Dollar, so könnten dieses Jahr fast 2 Milliarden Dollar Umsatz rausspringen. Im letzten Quartal erzielte der Konzern bei 400 Millionen Dollar Umsatz einen Gewinn von 19 Millionen Dollar.

Das entspricht einer Gewinnmarge von 4,70%. Wenn Sie sich die Historie anschauen ist die hohe Schwankungsbreite auffällig. Von negativen Margen bis knapp 20% war bereits alles drin. Das dürfte auch ein Grund für den Kursverfall gewesen sein. Denn Stetigkeit in den Gewinnen lässt der Kamerahersteller bislang vermissen.

Nächstes Jahr will GoPro auch Drohnen herstellen

Bislang ist GoPro ein Ein-Produkt-Unternehmen und zu 100% abhängig von seinen Action-Kameras. Hier nimmt der Wettbewerb aber stetig zu. Die hohen Margen der Vergangenheit könnte vielleicht für immer Geschichte gewesen sein. Oft wurde auch schon spekuliert, dass vielleicht Apple selbst mit einer Action-Kamera an den Markt geht.

Daher versucht der Konzern sich zu diversifizieren. Für 2016 ist der Launch einer Drohne in Form eines klassischen Quadrokopters geplant. Produktdetails hierzu sind aber bislang nicht bekannt.

Übernahme durch Apple möglich – Investition jedoch nicht ohne Risiken

In einigen Details würde die Übernahme gut zu Apple passen. Denn GoPro ist ein sehr trendiges Unternehmen mit einer genialen Marketing Machinerie. Der Konzern tritt als Sponsor von hippen Sport-Events auf und hat sich eine wahre Kultszene geschaffen.

Dass Apple auch Übernahmen in der Größenordnung zu stemmen bereit ist, hat der Tech-Riese mit dem Kauf des Kopfhörerhersteller Beats für 3 Milliarden Dollar gezeigt. Aktuell ist GoPro an der Börse für 2,68 Millarden Dollar zu haben. Auch wenn Sie einen ordentlichen Aufschlag drauf rechnen, leisten könnte sich das Apple allemal. Allein der 2014er-Gewinn betrug über 53 Milliarden Dollar.

Bislang hielt sich der Konzern aus Cupertino mit Aussagen zu einem möglichen aber Deal noch zurück. Andere Bank-Analysten sind zudem nicht so Übernahme-optimistisch wie FBR. Und klar ist auch, dass es fundamentale Gründe gibt, warum die Aktie derart stark unter die Räder kam.

Die Kursziele wurden teilweise über 60% gekürzt und trotz des bereits hohen Rückgangs empfehlen die Analysten keineswegs uneingeschränkt den Kauf der Aktie.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.