Grammer: Auftrags-Eingang leidet unter Machtkampf

Der Machtkampf zwischen Grammer und der Unternehmer-Familie Hastor belastet das operative Geschäft des Automobil-Zulieferers. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wie heute bekannt wurde, hat der Machtkampf zwischen dem im SDax notierten deutschen Autozulieferer Grammer und der Unternehmer-Familie Hastor (Großaktionär von Grammer) das Unternehmen im 1. Quartal 2017 operativ erheblich belastet.

Klaus Probst, Aufsichtsrats-Chef von Grammer, sagte dem Wirtschafts-Magazin „WirtschaftsWoche“, dass sich die Auftrags-Eingänge bei Grammer im zurückliegenden Quartal halbiert hätten.

„Uns fehlen im 1. Quartal Aufträge im Wert von 300 Mio. € über die gesamte Produktlaufzeit“, wird er zitiert.

Die Anleger reagierten zunächst geschockt und schickten die Grammer-Aktie heute im frühen Handel auf Talfahrt.

In der Spitze brach das Papier um 10% ein, erholte sich dann jedoch im weiteren Handelsverlauf deutlich.

Hintergründe des Machtkampfes

Der Hintergrund des Machtkampfes ist folgender:

Die bosnische Unternehmer-Familie Hastor, die u. a. hinter dem Autozulieferer Prevent steht, versucht bei Grammer die Kontrolle zu übernehmen.

So will die Familie Hastor etwa Grammer-Chef Hartmut Müller stürzen und 5 bestehende Aufsichtsrats-Mitglieder durch der Familie Hastor nahestehende Personen ersetzen.

Das Grammer-Management wehrt sich seit Wochen gegen diese Pläne. Zur Unterstützung holte sich Grammer den chinesischen Investor Ningbo Jifeng ins Boot.

Mit wachsendem Anteil des chinesischen Investors sinken die Chancen der Familie Hastor auf eine Kontroll-Übernahme bei Grammer.

Erst am Dienstag dieser Woche hatte Nigbo Jifeng seinen Anteil an Grammer von knapp 10 auf gut 12% aufgestockt und will zukünftig noch weiter aufstocken.

Die Familie Hastor kontrollierte zuletzt über ihre beiden Investment-Vehikel Halog und Cascade gut 20% der Grammer-Anteile.

Die Pläne der Kontroll-Übernahme durch die Unternehmer-Familie Hastor stoßen nicht nur bei dem Grammer-Management auf Gegenwind, sondern auch bei der Kundschaft von Grammer und bei den Gewerkschaften und Mitarbeitern des Zulieferers.

Das größte Problem auf der Kundenseite ist das gestörte Verhältnis zwischen den Hastors und dem größten Grammer-Kunden VW.

Grund dafür ist die Tatsache, dass die von der Familie Hastor kontrollierte Firmengruppe Prevent im vergangenen Jahr in Folge eines Machtkampfes mit VW dafür sorgte, dass die Bänder in den VW-Werken in Emden und Wolfsburg durch einen Lieferstopp kurzzeitig zum Stillstand gebracht wurden.

„Showdown“ auf der Hauptversammlung

Am kommenden Mittwoch findet im oberpfälzischen Amberg die Hauptversammlung von Grammer statt. Dort wird es wohl zum großen „Showdown“ kommen.

Das bedeutet: Im Rahmen der Hauptversammlung wird sich zeigen, wie weit die Familie Hastor mit ihren Plänen – Grammer-Chef Müller abzusetzen und den Aufsichtsrat zu verändern – kommt.

Wie es bei Grammer und damit auch für die Grammer-Aktie weitergeht, wird sich dann ebenfalls zeigen.

Fazit

In der aktuellen Situation ist es für diejenigen, die sich für die Grammer-Aktie interessieren, aus meiner Sicht ratsam, zunächst einmal die weitere Entwicklung von der Seitenlinie aus zu beobachten.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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