Grammer wehrt sich gegen Investor

Der deutsche Leitindex DAX hat heute nach positiven Unternehmens- und Konjunktur-Daten gut 1% gewonnen und ist auf 11.659 Punkte geklettert.

Aber auch in der 2. Börsenreihe gibt es zur Zeit extrem spannende Entwicklungen.

Der im SDax notierte Automobil- und Nutzfahrzeug-Zulieferer Grammer hat gestern eine Mitteilung veröffentlicht, aus der Folgendes hervorgeht:

Das Unternehmen wehrt sich gegen eine massive Einflussnahme auf den Vorstand und Aufsichtsrat durch die Familie Hastor.

Zum Hintergrund:

Die beabsichtigte Einflussnahme durch die Familie Hastor könnte der nächste Schritt auf dem Weg hin zu einer vollständigen Übernahme von Grammer durch den neuen Großinvestor sein.

Hastor will Einfluss nehmen auf Vorstand und Aufsichtsrat bei Grammer

In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung der Cascade International Investment GmbH fordert diese die Einflussnahme auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands der Grammer AG.

„Cascade beabsichtigt, alle bestehenden Aktionärs-Vertreter im Aufsichtsrat – mit Ausnahme von Herrn Dr. Hans Liebler – abzuberufen und durch eigene Vertreter zu ersetzen.

Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um aktuelle oder ehemalige Angestellte der durch die Familie Hastor beherrschten Prevent Gruppe“, heißt es in einer Mitteilung der Grammer AG vom heutigen Dienstag.

„Darüber hinaus beabsichtigt Cascade, dem Vorstands-Vorsitzenden der Grammer AG das Vertrauen zu entziehen“, heißt es weiterhin.

Die Cascade International Investment GmbH, die 10,001% der Stimmrechte an der Grammer AG hält, ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Eastern Horizon Group Netherlands.

An dieser sind wiederum die beiden Söhne des Unternehmers Nijaz Hastor zusammen mehrheitlich beteiligt.

Daneben sind die beiden Söhne von Nijaz Hastor derzeit die alleinigen Anteilseigner der Halog GmbH & Co. KG, die weitere 10,22% der Stimmrechte an der Grammer AG hält.

Offizielle Hintergründe der Beteiligung weiterhin unbekannt

Zwar sind laut der Mitteilung von Grammer die offiziellen Ziele der Beteiligung von Cascade und Halog an der Grammer AG nach wie vor unbekannt.

Doch spätestens das Ansinnen, Einfluss auf Vorstand und Aufsichtsrat der Grammer AG zu nehmen, dürfte dafür sprechen, dass früher oder später eine vollständige Übernahme geplant ist.

Das Management der Grammer AG hat nach eigenen Angaben wiederholt den Dialog mit den Vertretern der Cascade und bereits vorher mit Vertretern der Familie Hastor gesucht.

Es ist jedoch bislang zu keinem klärenden Gespräch gekommen. Cascade fordert nun die Einberufung einer Hauptversammlung mit folgendem Ziel:

5 der 6 Aufsichtsrats-Mitglieder der Anteilseigner auszutauschen und diese durch der Familie Hastor nahestehende Personen zu ersetzen.

Weiterhin soll der derzeitige VorstandsVorsitzende der Grammer AG ausgewechselt werden.

Diese Forderungen kommen für die Grammer AG laut der gestrigen Mitteilung „völlig unerwartet und sind nicht nachvollziehbar“.

Das soll heißen: Die Grammer AG wehrt sich gegen eine Einflussnahme der Familie Hastor.

Wie es weitergehen könnte

Ich rechne damit, dass die Familie Hastor die Grammer AG früher oder später vollständig übernehmen will.

Wie groß die Erfolgs-Aussichten sind, lässt sich jedoch noch nicht abschätzen, da es kräftigen Gegenwind durch das Grammer-Management und die Gewerkschaften gibt.

Auf dem aktuellen Kursniveau von rund 55 € ist die Grammer-Aktie aus meiner Sicht fundamental fair bewertet.

1. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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