Greifen Sie zu – bevor es die Aktiengesellschaften machen

Mit der Dividenden-Strategie fahren einige Anleger richtig gut. Wollen Sie das auch, sollten Sie nicht nur nach der Höhe der Ausschüttung gehen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Mit der Dividenden-Strategie fahren einige Anleger richtig gut. Wollen Sie das auch, sollten Sie nicht nur nach der Höhe der Ausschüttung gehen.

Denn oft haben gerade die Firmen die höchsten Quoten, die dringend Geld brauchen. Das hat meist einen guten Grund und der ist selten für Anleger ideal.

Aktiengesellschaften in Deutschland reduzieren die Dividende

Es ist schon ein seltsames Bild. Der DAX ist auf Rekordhoch – gut heute ging es einmal wieder 100 Punkte nach unten – aber die Anleger können sich eigentlich nicht beschweren.

Dann gibt es sicherlich auch viel Dividenden-Zahlungen.

Schließlich muss es den Firmen gut gehen, wenn die Kurse derart in die Höhe schießen – falsch gedacht: Die Ausschüttungs-Quoten schrumpfen schon seit 2015!

Kurz zur Erklärung, was hinter diesem Begriff steckt: Wenn Sie den Dividenden-Betrag durch den erwirtschafteten Gewinn pro Aktie teilen, haben Sie die Quote.

Letztlich ist es also eine Angabe, wie viel vom Profit ein Konzern an die Aktionäre abgibt – und da sahen die Zahlen 2015 deutlich rosiger aus:

Die im DAX gelisteten Unternehmen waren im Verhältnis zwar nie so spendabel wie die Nebenwerte, doch ein Rückgang ist auf beiden Seiten auszumachen.

Das zeigt die Grafik von Statista; Aktien aus den Nebenwerten haben die Quote von 49 auf 44% gesenkt. Bei den Firmen aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX fiel sie von 45 auf 43%.

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Was das für Sie als Anleger bedeutet

Was bedeutet das für Sie als Anleger? Sie müssen Ihr Geld in 1. Linie mit steigenden Aktienkursen erwirtschaften.

Wenn die Gewinn-Ausschüttungen reduziert werden, behalten die Firmen mehr für sich.

Beachten Sie auch: Es geht hier nur um den Anteil am erwirtschafteten Gewinn. Es ist also nicht gesagt, ob Sie als Aktionär vielleicht dennoch mehr verdienen.

Schließlich könnte es sein, dass die Konzerne, in denen Sie investiert sind, höhere Gewinne machen – dann profitieren Sie natürlich auch davon.

So ist es beispielsweise bei BMW: Die Münchner Autobauer hatten 2014 ein Ergebnis nach Steuern von 5,8 Mrd. €. 2016 sind es 6,9 Mrd. € – also rund 19% mehr.

Da ist es zu verschmerzen, dass der ausgeschüttete Gewinn anteilig von 45 auf 43% sinkt.

Bei VW sieht es dagegen anders aus: 2014 lag das Ergebnis nach Steuern bei 11 Mrd. €, 2015 bei -1,3 Mrd. € und 2016 bei knapp 5,4 Mrd. €.

Da sind Sie hoffentlich lieber in München investiert als in Wolfsburg. Denn vor 3 Jahren lag der Aktienkurs von VW bei über 190 € – heute sind es 132 €.

BMW hat ebenfalls verloren, nur nicht so stark: Von 92 € (vor 3 Jahren) ging es bis heute auf 83 € herunter.

Optionen und Dividenden

Achten Sie darauf, wann die jeweiligen Basiswerte Ihre Dividenden ausschütten. Denn diese Auszahlungen an die Aktionäre betreffen auch die Optionen.

Halten Sie eine Call-Option auf ein Unternehmen, dessen Anleger eine Dividende erhalten, wird die Option am Tag der Auszahlungen sinken.

Haben Sie dagegen einen Put, gewinnt Ihre Option an dem Tag an Wert.

Drei DAX-Aktien machen hierbei allerdings nicht mit. Weder bei Commerzbank, noch bei Lufthansa und ThyssenKrupp hat eine Dividende Einfluss auf den Optionspreis.

Ansonsten bewegt sich Ihre Option am Tag der Dividenden-Auszahlungen entsprechend welchen Kontrakt Sie gekauft haben.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.