Grenke: Leasing-Spezialist mit deutlichem Wachstum

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Die Grenke Gruppe hat schon wenige Tage nach dem Jahreswechsel erste Zahlen veröffentlicht. Gestern folgte die Vorlage der endgültigen Zahlen. (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Nachdem der Leasing-Spezialist Grenke bereits Anfang Januar als eines der ersten deutschen Unternehmen Vorabzahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt hatte, folgten gestern die endgültigen Zahlen. Und die überzeugen: In allen drei Sparten, dem Leasing von Produkten der Bürokommunikation, dem Factoring und der Grenke Bank, konnten im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse verzeichnet werden. Doch bevor ich die Zahlen im Detail präsentiere, möchte ich Ihnen das Unternehmen etwas näher vorstellen.

Grenke im Portrait

Im Jahr 1978 gründete Wolfgang Grenke in Baden-Baden die Grenkeleasing als Einzelunternehmen, das nach einem Jahr in die Grenkeleasing KG umfirmiert wurde. In den Folgejahren wuchs die Geschäftstätigkeit stetig und das Unternehmen eröffnete Niederlassungen in ganz Deutschland. 1997 wurde aus der KG eine Aktiengesellschaft, die drei Jahre später an die Börse gebracht wurde. 2003 wurde die Grenkeleasing AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen.

2005 nahm Grenke auch das Factoring, den Aufkauf offener Forderungen vor deren Fälligkeit, als neuen Geschäftsbereich in sein Angebot auf. Durch den Kauf der Privatbank Hesse Newman, die als Grenke Bank in die Gruppe integriert wurde, erwarb das Unternehmen 2009 auch eine Banklizenz. Da die neuen Geschäftsbereiche Factoring und Banking in den Folgejahren immer stärker an Bedeutung zunahmen, firmierte das Unternehmen in 2016 um: Aus der Grenkeleasing AG wurde die Grenke AG. Am 24. Juni 2019 stieg Grenke vom SDax in den MDax auf.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2019

Grenke blickt erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der Nettogewinn lag im Jahr 2019 bei 142,1 Millionen Euro und damit innerhalb der zum Halbjahr 2019 angepassten Prognose von 138 bis 148 Millionen Euro. Gleichzeitig bedeutet dieser Wert ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 8 Prozent. Der Gewinn je Aktie legte von 2,79 auf 2,92 Euro zu. Die prognostizierte Gewinnspanne für das laufende Jahr beläuft sich auf 153 bis 165 Millionen Euro. Zudem wird deutliches Wachstum der gesamten Grenke Gruppe erwartet. Das Unternehmen sieht sich hervorragend für die Zukunft und für weiteres profitables Wachstum aufgestellt.

Vor dem Hintergrund der sehr erfreulichen Geschäftsentwicklung im Jahr 2019 und der weiterhin guten Perspektiven schlagen Aufsichtsrat und Vorstand eine Dividende in Höhe von 0,88 Euro je Aktie vor. Das bedeutet auf Basis des aktuellen Kurses eine nicht allzu üppige Dividendenrendite von 0,85 Prozent. Die Grenke-Aktie reagierte sehr positiv auf die Zahlen und den Ausblick und übersprang die 100-Euro-Marke.

Fazit

Angesichts eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von über 30 (gemessen am für 2020 erwarteten Gewinn) und einer gewissen Konjunkturabhängigkeit des Geschäftsmodells gibt der deutsche Kurszettel aus meiner Sicht augenblicklich spannendere Investments her. Ein Platz auf der Beobachtungsliste ist aber angemessen: Spätere Rücksetzer könnten günstige Einstiegsgelegenheiten bei Grenke bieten.

Sujet Kurs Gold Bulle Bär

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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