Grenzbetrag bei Kindergeld berücksichtigt auch Zinsen

Die Einnahmen für volljährige Kinder dürfen den Grenzbetrag nicht überschreiten – andernfalls ist der Anpruch auf Kindergeld verloren. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Einnahmen für volljährige Kinder dürfen den Grenzbetrag von 7.680 Euro in 2009 bzw. 8.004 Euro in 2010 nicht überschreiten – andernfalls verlieren die Eltern ihren Anspruch auf Kindergeld.

Doch zu den Einnahmen und Bezügen volljähriger Kinder gehören nicht nur Lohnzahlungen, sondern auch Kapitalerträge. Und dies kann zur Falle werden, wie wir hier zeigen:

Kapitalerträge zählen zu Grenzbetrag von Kindergeld dazu

Zinsen sowie andere Erträge, die der Abgeltungssteuer unterliegen, werden ebenfalls zu den Einkünften und sonstigen Bezügen hinzugerechnet.

Eltern müssen die Kapitaleinkünfte ihrer Kinder in der Steuererklärung angeben, sofern die Kinder bei der Einkommenssteuererklärung berücksichtigt werden sollen.

Wird der Grenzbetrag beim Kindergeld von 7.680 Euro in 2009 bzw. 8.004 Euro in 2010 auch nur um einen einzigen Euro überschritten, dann erlischt bereits der Kindergeldanspruch.

Außerdem kann auch der Kinderfreibetrag nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Genau kalkulieren ist hier deshalb mehr als sinnvoll.

Krankenversicherung beachten spart Geld

Dabei ist jedoch zu beachten, dass Krankenversicherungsbeiträge wieder herausgerechnet werden können. Dies wurde kürzlich durch ein neues Urteil bestätigt.

Das Finanzgericht Münster hat die Entscheidung einer Familienkasse revidiert, den Antrag auf Kindergeld für ein studierendes Kind abzulehnen:

Bei der Berechnung der Einkünfte von Kindern, die 8.004 Euro nicht übersteigen dürfen, müssen auch die Versicherungsbeiträge einfließen.

Die Beiträge der Eltern zur Kranken- und Pflegeversicherung wirken sich laut Urteil mindernd auf die Einkünfte des Kindes aus.

So berechnet die Elterngeld-Stelle die monatlichen Bezüge in 9 SchrittenZur Berechnung des Elterngeldes benötigt die zuständige Stelle Einkommensnachweise vom Arbeitgeber oder durch den jährlichen Steuerbescheid.  › mehr lesen

Grenzbetrag für Kindergeld mit Krankenkasse anheben

Die Familienkasse wies den Antrag einer Familie auf Kindergeld mit der Begründung ab, dass die Einkünfte des Kinds den Grenzbetrag von 8.004 Euro übersteigen.

Die Tochter war bereits an einer Universität eingeschrieben und arbeitete nebenbei.

Jedoch hat die Familienkasse bei ihrer Ablehnung nicht die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung einkalkuliert: Da die Studentin über ihre Mutter kranken- und pflegeversichert war, müssen diese Kassenbeiträge auch bei der Berechnung der Einkünfte des Kindes entsprechend berücksichtigt werden.

Versicherungsbeiträge mindern die Einkünfte

Deshalb entschied das Finanzgericht Münster, dass dieser Familie doch Kindergeld gewährt wird.

Das Urteil wurde damit begründet, dass der Grenzbetrag von 8.004 Euro nicht erreicht wird, wenn die Versicherungsbeiträge bei der Ermittlung der Einkünfte des Kindes berücksichtigt werden.

Finanzgericht Münster, Aktenzeichen 3 K840/08 Kg

Urteilsspruch stärkt Rechte von Eltern

Dieser Urteilsspruch bestätigt, dass es keine Rolle spielt, ob das Kind die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung selbst zahlt oder ob es über seine Eltern mitversichert ist.

In jedem Fall gilt, dass die Beiträge des Kindes zu einer gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung von den Einkünften des Kindes abgezogen werden können.

Dies ist in vielen Fällen lohnend und kann die Einkünfte unter die magische Grenze von 8.004 Euro drücken. Kalkulieren Sie nach, kann es sich für Sie lohnen.


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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.

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