Grexit-Angst: Dax rutscht unter 11.000 Punkte

Der Dax macht weiter, wo er zuletzt aufgehört hatte – er rauscht in die Tiefe. Die jüngsten Entwicklungen in der griechischen Schuldenkrise sorgen für schlechte Stimmung am Parkett. Viele Anleger trennen sich erst einmal von ihren Aktien.

Zum Wochenauftakt schloss der Leitindex mit einem Verlust von 1,9 Prozent bei nur noch 10.985 Punkten und damit so tief wie schon seit drei Monaten nicht mehr. Damals hatte der Dax zuletzt die 11.000er-Marke nach unten durchbrochen, auch damals war Griechenland der maßgebliche Auslöser.

„Grexit“ scheint wieder wahrscheinlicher

Zuletzt hatten sich die Ereignisse überschlagen: Der Internationale Währungsfonds hat in der vergangenen Woche sein Team aus Brüssel abgezogen. Jean-Claude Juncker brach Gespräche mit Griechenland am Wochenende ergebnislos ab.

Die Europäische Zentralbank machte nun deutlich, dass der nächste Schritt bei den Vertretern der Euro-Gruppe liege. Tenor: Diese Verhandlungen müssen von gewählten Politikern geführt werden, nicht von Notenbankern.

Am Donnerstag werden die Vertreter der Währungsunion zusammenkommen und weiter beraten. Die Zeit läuft ihnen davon: Bis Ende des Monats benötigt Griechenland die nächste Tranche von gut 7 Milliarden Euro. Andernfalls stünde das Land wohl vor der Pleite, die dieser Tage wieder greifbar nah erscheint.

Griechen-Schock zeitlich begrenzt?

Aufgrund der unvorhersehbaren Folgen eines „Grexits“ ist die Lage an den Märkten seit Wochen von Turbulenzen geprägt, mehrfach ging es rasant auf- und abwärts, in der Tendenz jedoch fällt der Dax. Experten halten weitere Rückgänge auf bis zu 10.000 Zähler für realistisch, aber – und das ist die gute Nachricht – auch für zeitlich begrenzt.

Da sich die volkswirtschaftliche Lage insgesamt wieder aufhellt und gerade deutsche Unternehmen eigentlich gut positioniert sind, könnte auf einen möglichen Griechen-Schock auch wieder eine Erholungsphase folgen.

Fast alle Dax-Werte tiefrot

Die Dax-30 rutschten wieder nahezu geschlossen in die Verlustzone. Allein Lanxess konnte sich nach einem positiven Analystenkommentar ins Plus retten und schloss 0,5 Prozent fester. Auf den Rängen zwei bis vier folgten die Deutsche Post, Beiersdorf und Fresenius Medical Care, deren Papiere sich um jeweils rund 0,9 Prozent verbilligten. Alle anderen Dax-Titel verloren 1 Prozent und mehr.

Am unteren Ende fanden sich die Banken wieder. Anteilsscheine der Deutschen Bank gaben um 2,6 Prozent nach, die Commerzbank-Aktie verlor 2,9 Prozent und ging damit als Schlusslicht aus dem Handel.

16. Juni 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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