Grexit: Nie war er so wahrscheinlich wie heute

Zuerst die gute Nachricht: Griechenland ist noch im Euro. Mittlerweile ist das eine Nachricht, die man mehr oder weniger jeden Tag bringen kann. Die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Austritts aus der Eurozone ist mittlerweile so groß, dass es sehr kurzfristig eben genau zu dem Grexit kommen kann.

Für den Grexit gibt es auch ein Krisenbarometer – und das steht so hoch wie seit dem Sommer 2012 nicht mehr. Sie können davon ausgehen, dass sowohl bei den Politikern als auch bei den Banken die Gedankenspiele für den Grexit auf Hochtouren laufen. Diese Gefahr ist nicht real – sie lässt sich auch in Wahrscheinlichkeiten ausdrücken.

In einer aktuellen Erklärung schätzt beispielsweise die Schweizer Großbank UBS die Wahrscheinlichkeit einer Pleite Griechenlands auf 50-60 % ein. Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts des Krisenlandes aus dem Euro auf Sicht der nächsten zwölf Monate liegt bei 30 %. Dabei schätzt die UBS die Fakten sehr realistisch ein: „Alle Beteiligten wissen, dass Griechenland seine Schulden niemals zurückzahlen kann. Doch niemand will dies laut äußern.“

Hier spricht die UBS einen ganz wichtigen Punkt an. Die Krise des Euro ist eben keine ökonomische Krise. Es ist eine politische Krise, die uns nun schon seit Jahren in Atem hält. Genau dieses Risiko sehe ich nicht erst seit dem Aufflackern der Euro-Krise. Mir war schon vor der Euro Einführung klar, dass dieses Experiment auf lange Sicht nicht wird gut gehen können.

Euro war ein politisches Projekt und ökonomisch nicht vertretbar

Der Euro war Ende der Neunzigerjahre politisch gewollt und wurde deshalb auch eingeführt. Hätten Ökonomen schon damals die Meinungsführerschaft übernommen, wäre es gar nicht erst zum Euro bekommen.

Die Unterschiede innerhalb der Währungsunion zwischen den einzelnen Volkswirtschaften wie beispielsweise Griechenland oder Deutschland waren damals zu groß und sind es auch heute noch.

Insbesondere haben die aktuellen Krisenländer wie Griechenland die Phase der für sie niedrigen Zinsen ausgenutzt, um massiv Schulden aufzubauen. Die Rechnung präsentieren sie nun den Investoren in der Eurozone.

Was hätte ein Austritt Griechenlands aus dem Euro nun wirklich für Folgen? Hier gehen die Meinungen deutlich auseinander. Die UBS beispielsweise erwartet ein Einbruch der Aktienbörsen um 15 % und weiter sinkende Zinsen Deutschland und Frankreich.

Gleichzeitig würde ein solcher Schritt die Differenz der Renditen in den einzelnen Rollen dann wieder massiv ansteigen lassen. Hier hält die UBS eine Differenz von 400 Basispunkten für möglich. Zudem dürfte der Euro gegenüber dem Schweizer Franken und dem US-Dollar massiv an Wert verlieren.

Vor dieser Entwicklung können Sie Ihr Vermögen aktiv schützen. Meiden Sie feste Geldanlagen und halten Sie ihr Vermögen flexibel. Das ist vereinfacht gesagt Ihr Krisenschutz. Wie Sie das konkret umsetzen, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

6. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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