Grexit und Ostukraine lassen DAX relativ kalt.

Angesichts der vorhandenen Unsicherheiten in Bezug auf einen möglichen Griechenland-Exit und der Spannungen in der Ostukraine hält sich der DAX-Index erstaunlich stabil.

Die Zeichen standen im Februar auf eine ausgedehntere Konsilidierung für den DAX-Index. Auch eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, charttechnisch eine negative Konstellation, konnte eindrucksvoll vermieden werden.

Das zeigt, dass die von der EZB beschlossenen massiven Liquiditätsspritzen die Anleger weiterhin davon überzeugen können, auch in 2015 weiter Aktien zu kaufen.

Für Sie stellt sich nun die Frage: „Lohnt sich ein Einstieg jetzt, oder ist der Markt zu teuer und eine Konsolidierung abzuwarten?“

Dazu steigen wir sofort in die charttechnische Analyse ein und betrachten zunächst den kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 1902 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Widerstand bei 11.000 Punkten noch nicht geknackt

Sie erkennen zunächst im kurzfristigen Chartbild die untere Begrenzung eines Aufwärtstrends (blaue Trendlinie). Diese wurde in den vergangenen 4 Wochen mehrmals getestet und erfolgreich verteidigt.

An der Oberseite befindet sich ein horizontaler Widerstand (rote Horizontallinie). Dieser liegt bei etwa 11.000 Punkten. Diese Marke sollten Sie beachten.

Gelingt ein Durchbruch, dann wäre aus kurzfristiger charttechnischer Sichtweise der Weg frei nach oben für Anschlussgewinne (roter Pfeil).

Auf der anderen Seite steht die Gefahr eines Abgleitens unter die Untergrenze des Aufwärtstrends (blauer Kreis und Pfeil). Aktuell befindet sich diese Marke bei etwa 10.850 Punkten. Sollte Sie dies beobachten, so können Sie zunächst von einem Rückgang des DAX-Index bis auf die horizontale Unterstützung bei 10.600 Punkten (grüne Horizontale) ausgehen.

Wie groß das Potenzial nach oben ist, kann aus dem Kurzfristchart nicht ermittelt werden. Dazu müssen wir das mittelfristige Chartbild des DAX-Index betrachten:

DAX 1902 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

11.350 oder 10.350

Am linken Chartrand ist noch gut erkennbar, wie der DAX-Index Mitte 2014 vergeblich versuchte, die Allzeithochs zu überspringen (obere grüne Horizontale). Das misslang gleich mehrmals in Serie. Auch die Versuche im September und Dezember scheiterten.

Zu Beginn des Jahres gelang dann endlich nach einem schwachen Start der Durchbruch durch diese wichtige Chartmarke. Gestützt durch die EZB-Aussagen für ein massives Anleihekaufprogramm startete der DAX-Index durch.

Die Aufwärtsbewegung etablierte einen etwa 1.000 Punkte breiten Aufwärtstrendkanal (blauer Trendkanal). Gebremst wurde der Anstieg des DAX-Index dann erst an der runden 11.000er Marke (rote Horizontale). Diese bildete auch gleichzeitig die Obergrenze des Aufwärtstrendkanals.

Die nun seit etwa 3 Wochen anhaltende Seitwärtskonsolidierung schafft dem DAX-Index innerhalb des Trendkanals neue Luft nach oben. Als Ziel für eine weitere Aufwärtstendenz nach einem eventuellen Durchbruch durch die 11.000er Marke sollten Sie sich die 11.350 Punkte merken.

Nach unten bestünde Luft bis auf die auch schon im Kurzfristchart sichtbare horizontale Unterstützung bei 10.600 Punkten (grüne Horizontale) und nachfolgend bis auf die Untergrenze des Aufwärtstrendkanals bei etwa 10.350 Punkten.

MACD zurzeit widersprüchlich

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Das zu sehende Verkaufssignal im Februar führte bisher nur zu einer Seitwärtskonsolidierung ohne nennenswerte Rückgänge. Aber auch in Seitwärtskonsolidierungen baut sich die Divergenz ab. Das bedeutet, der Grad der überkauften Situation sinkt (schwarzer Pfeil auf orangefarbene Balken).

Wir haben also ein laufendes Verkaufssignal mit bereits abgebauter überkaufter Situation.

Und genau das macht die Aussage zurzeit sehr schwierig.

Die Aussage von diesem Indikator ist demnach mit „neutral, beides ist möglich“ zu werten.

Schauen wir abschließend noch kurz auf den 5-Jahreschart:

DAX 1902 5j

DAX-Chart 5 Jahre (Wochenbalken)

Alles im Lot, Konsolidierung aber bevorzugtes Szenario

Die längerfristige Aufwärtsbewegung (blauer Trendkanal) bleibt das Maß aller Dinge.

Wir erkennen in diesem längerfristigen Chartbild, dass der DAX diesen Trendkanal bereits seit 4 Jahren befolgt. Aktuell ist er an der Oberseite angelangt. Damit ist auch klar, dass gemäß der klassischen Chartanalytik zunächst einmal mit einer Konsolidierung zu rechnen ist. Diese kann aber durchaus seitwärts verlaufen.

Je länger sich die Konsolidierung hinzieht, desto größer ist dann das anschließende Potenzial nach oben.

Als maximale Untergrenze für die Konsolidierung sind zunächst die 10.000 Punkte zu nennen. Im Worst Case kann es auch bis runter auf 9.350 gehen.

Fazit:

Es deutet alles auf eine Schiebezone im DAX-Index hin. Das bedeutet, der Index wird ein wenig verschnaufen und sich im Mittel einige Zeit seitwärts bewegen. Danach steht einem weiteren Aufwärtsschub mit neuen Allzeithochs nichts im Wege.

Denn alles in allem liegen die Karten für den DAX in 2015 auf dem Tisch. Ich gebe aufgrund der tiefen Zinsen, der EZB-Anleihekäufe und einer weiter anziehenden Konjunktur in den USA einem weiteren DAX-Anstieg die deutlich größeren Chancen!

Demnach sollten Sie sich nach der Konsolidierung beim Durchbruch der genannten Marken positionieren.

19. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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