Griechen verharren weiter im Krisenmodus

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Am 20.8. dieses Jahres endet ja für Griechenland planmäßig das dritte internationale Hilfsprogramm. Leider kann von einer nachhaltigen Besserung für die Bürger immer noch nicht die Rede sein. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Ende Juni dieses Jahres konstatierte der deutsche Bundesfinanzminister Scholz (SPD) im Deutschen Bundestag, dass Griechenland die Rettungsschirme nach acht Jahren verlassen werde und nun die Chance habe, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Das sei eine gute Nachricht. Herr Scholz betonte in der Rede weiter, dass sehr viele Reformen im Krisenland unternommen worden seien. Nun sei aber das Land wieder auf einem guten Weg. Das ist zumindest die Meinung von Herrn Scholz.

Griechen weiter sehr skeptisch

Ganz anders sieht die Lage aus, wenn man sich die jüngste „Global Consumer Confidence“ Erhebung von Nielsen in Sachen Griechenland ansieht. Gut sieben von zehn befragten Griechen erwarten demnach auch für das Jahr 2018 eine anhaltende Dauer-Rezession. Die Bürger zweifeln jedenfalls daran, dass das Land in den kommenden 12 Monaten aus der Krise herauskommt.

Der sogenannte „Verbrauchervertrauens-Index“ lag für Griechenland im ersten Quartal 2018 bei 61 Punkten und bleibt damit ungefähr auf dem ähnlich schwachen Niveau der beiden letzten Quartale des vergangenen Jahres. Die Griechen sind damit wesentlich pessimistischer als die anderen Europäer. Im europaweiten Schnitt lag der Index ja bei 86 Punkten.

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Lage schlechter als Ende 2017

Sage und schreibe 74 Prozent der befragten Griechen sind demnach der Ansicht, dass das Land weiter in der Rezession ist. 78 Prozent nehmen sogar an, dass sich in Relation zu den letzten Quartalen 2017 die Lage sogar noch verschlechtert hat. Folglich erwarten drei Viertel der befragten Griechen kein Ende der Wirtschaftskrise in den kommenden zwölf Monaten. Das ist schon mehr als beachtlich. Laut Nielsen gibt es in Europa kein anderes Land, in dem sich die Bürger mehr um den Arbeitsplatz Sorgen machen würden als in Griechenland. Fast jeder dritte Grieche bangt weiter um seine Stelle.

Griechen schränken sich weiter ein

Kein Wunder also, dass der Erhebung zufolge 70 Prozent der Griechen weiter konstant alles daran setzen, die Ausgaben ihres Haushalts zu reduzieren. Konkret gehen 69 Prozent der Befragten dazu über, billigere Konsumprodukte zu erstehen. Ähnlich viele schränken sich im Freizeitverhalten ein. Und last but not least sparen 61 Prozent beim Kauf von Bekleidung.

Ja, liebe Leser, die historische einmalige Dauerkrise in Griechenland wird zwar von den offiziellen Euro-Politikern mittlerweile als beendet erklärt. Unter dem Strich ist es aber so, dass die Bevölkerung weiter unter der nicht enden wollenden Dauer-Malaise weiter leidet. Traurig, aber leider wahr.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.