Griechenland-Anleihen: nicht an Privat verkaufen – Warnung

Inzwischen gibt es private Übernahme-Angebote für Griechenland-Bonds.

Dies berichtet das Magazin „Börse Online“ in einem Beitrag zu den Anleihen.

Wir meinen: Auch wenn noch einige private Investoren die Bonds im Depot haben dürften, lohnt es sich kaum, diese an Übernehmer zu verkaufen, selbst wenn das Angebot verlockend aussehen sollte.

Die Angebote richten sich v. a. an Investoren, die kleine Stückelungen im Portfolio ihr Eigen nennen.

Deren Problem: Bei kleinen Stückelungen unterschiedlicher Anleihen würde ein Verkauf über die normalen Börsenwege zu viele Provisions-Gebühren verschlingen, da es sich dabei jedes Mal um unterschiedliche Wertpapiere handelt.

Die Schwierigkeit: Nach dem „Schuldenschnitt“ sind neue Wertpapiere ausgegeben worden.

Das Drama wird teuer

Mit anderen Worten: Unter Rendite-Gesichtspunkten ist es bei kleinen Stückelungen und Mengen in den wenigsten Fällen sinnvoll, die Bestände zu veräußern. Denn die meisten Provisionen werden nach dem üblichen Standard verrechnet.

Das heißt: Oft fallen Fixgebühren an, die – bezogen auf das Volumen der Depotgröße – zu hoch sein dürften.

Selbst wenn Sie bei einer Positionsgröße von 1000 € „nur“ 25 € zahlten, wären dies erneute 2,5% Verlust. Wer dies vermeidet, kann seine Rendite daher bestens optimieren.

Das Angebot der Deutschen Balaton

Ein Angebot wie etwa von der „Deutschen Balaton“ greift dieses Problem indirekt auf, da diese Gesellschaft die Papiere fast für den aktuellen Kurswert aufgreifen möchte.

Fast, denn:

  • 99% bietet das Unternehmen, der Kurswert beträgt 100%. Dies ist ebenfalls erneut 1%-Punkt Rendite-Verlust.
  • Dabei geht es bei den Papieren, die – unter zahlreichen anderen, für die kein Übernahme-Angebot vorliegt – gekauft werden sollen, um quasi sichere Anleihen; gedeckt durch europäische Zusagen.
  • Im Magazin-Beitrag heißt es, das Angebot kann für Privatinvestoren günstig sein, die „schnell“ an ihr Geld kommen und nicht auf die Rückzahlung warten wollen.
  • Der Vorteil: Der Übertrag an Balaton kostet keine Gebühren.

Allerdings ist dieses Angebot auf die an sich bereits sicheren Papiere beschränkt, so dass Sie effektiv auf Geld verzichten würden.

Zudem lohnt es sich als Kunde bei bestimmten Online-Brokern, die Papiere auch über die Börse zu verkaufen.

Denn der Verkauf ist bei Comdirect oder DAB Bank bis zu einem Kurswert von 100 € provisionsfrei, wobei Sie bei Comdirect noch Courtage und Börsenentgelte zahlen müssten. Die DAB Bank dagegen übernimmt dies kostenfrei.

GeVestor meint

Wer also die Wahl hat, kann über die DAB Bank – falls Sie dort ein Depotkonto haben – vollständig kostenfrei in Kleinstportionen verkaufen.

Die Rendite würden Sie – bei Anleihen erheblich – um etwa 1 %-Punkt steigern.

Zudem können Sie über die DAB Bank auch nicht nur die an sich bereits nahezu vollständig sicheren Papiere verkaufen, sondern auch andere griechische Anleihen „entsorgen“.

21. Mai 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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