Griechenland bleibt EU-Schuldenmeister

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Um das Krisenland Griechenland ist es ja ziemlich ruhig geworden. Nichtsdestotrotz bleibt die Lage dort in vielerlei Hinsicht prekär. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In der vergangenen Woche ging es im Deutschen Bundestag ja wieder einmal um die Schuldenkrise in Griechenland, genauer gesagt um die Rückabwicklung von Finanzhilfen für das Krisenland. Von Seiten der Bundesregierung wurde in dem Kontext darauf verwiesen, dass das Land auf dem Weg der Besserung und insbesondere die Arbeitslosigkeit rückläufig sei.

Es gab aber aus der Opposition auch sehr kritische Stimmen. Hier wurde darauf verwiesen, dass das Land nach wie vor in der Dauerkrise verharren würde. Die Wirtschaftsleistung ist ja in den letzten zehn Jahren um ungefähr ein Viertel geschrumpft, die Menschen mussten erhebliche finanzielle Einschnitte verkraften.

Tatsache ist ja, dass dem griechischen Arbeitsministerium zufolge rund 40 Prozent der Rentner weniger als 500 Euro monatliche BRUTTO-Rente erhalten. Gut 70 Prozent der Rentner bekommen weniger als 1.000 Euro brutto im Monat. Das sind schon dramatische Fakten gerade auch mit Blick auf die hohen Nahrungsmittelpreise, die nicht wirklich merklich tiefer als in Deutschland liegen.

Verschuldungskrise nicht gelöst

Gleichzeitig bleibt die Verschuldungskrise ja nach wie vor ungelöst und eine Dauerbaustelle. Nach vielen Jahren der Austerität sind die griechischen Staatsfinanzen nach wie vor nicht gesundet. Im Gegenteil. Jüngst vermeldete Eurostat, das offizielle Statistikamt der EU, dass die öffentliche Verschuldung des Krisenlandes Ende 2018 bei knapp 335 Milliarden Euro lag.

Es wird also nach wie vor weiter aufgeschuldet, zumal Ende 2017 die griechische Verschuldung bei fast 318 Milliarden Euro lag. Frappierend ist, dass im Vergleich zum Jahr 2010, also vor dem Beginn der Krise, die Schuldenlast trotz eines zwischenzeitlich erfolgten Schuldenschnitts im Jahr 2012 weiter nach oben geklettert ist. Und zwar um 24 Milliarden Euro. Ende 2010 lag die öffentliche Verschuldung ja bei „nur“ 310 Milliarden Euro.

Griechenland bleibt EU-Schuldenmeister

Dramatisch ist in dem Kontext, dass im Jahr 2010 die 310 Milliarden Euro in Relation zur Wirtschaftskraft, zum BIP, ja „nur“ um die 145 Prozent ausmachten. Das zeigt einmal mehr, wie dramatisch die Wirtschaft der hellenischen Republik in den letzten Jahren zusammenbrach.

Ende 2018 betrug die Verschuldung des griechischen Staats sage und schreibe 181,1 Prozent des BIPs. Griechenland bleibt also EU-Schuldenmeister vor Italien (132,2%), Portugal (121,5%), Zypern (102,5%) und Belgien (102%). Das niedrigste Verschuldungsniveau verzeichneten per Ende 2018 Estland (8,4%), Luxemburg (21,4%) und Bulgarien (22,6%).

Ja, liebe Leser, die Schuldenkrise der Griechen bleibt ungelöst. In diesem Herbst stehen ja Parlamentswahlen in Griechenland an. Gut möglich, dass dann die Eurokrise auch in deutschen Landen wieder ganz oben auf die Medienagenda kommt.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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