Griechenland: ein Strohfeuer für Aktien? Antwort gibt das KGV

Mehr Profite bei Aktien möglich. Beststand bei KGV. Potenzial bleibt hoch. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Ein großer Sprung an den Aktienbörsen am Mittwoch: als Griechenland dem Rettungspaket zustimmte, sprangen die Kurse an. Analysten vermuten teils, dies sei ein Strohfeuer. Für Sie habe ich die Daten genau analysiert – damit Sie auch in dieser Woche höchste Sicherheit haben. Hauseigene Analysten melden mir: beste Aussichten. Ich gebe Ihnen die Daten sofort weiter.

Konjunkturaussichten beflügeln jetzt bei uns

Vor wenigen Tagen kam neben dem Griechenland-Rettungspaket eine weitere gute Nachricht an den Aktienbörsen hinzu. Die Konjunktur in Deutschland zieht weiter an, weil die Konsumlaune stimmt. Die genauen Daten:

Die Konsumlaune ist um eine Nachkommapunkt von 56,3 auf 56,4 Punkte auf dem Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) angestiegen. Die Konsensmeinung hatte mit sinkenden Werten gerechnet. Für Sie insgesamt eine gute Nachricht – mit kleinem Haken. Beachten Sie den in dieser Woche.

Die Konjunkturaussichten, die auf dieser neuen Konsumlaune gründen, gehen von einem Wirtschaftswachstum von bis zu 4% aus. Beachtliche Daten, jedoch wird auch die Inflationsrate anziehen. Diese Daten hat kaum jemand erwähnt, aber: die Rate bleibt in Deutschland bei 2,4% und ist damit höher als hier geduldet.

Wermutstropfen: in dieser Woche allerdings ohne Belang

Die Inflationsrate selbst ist von den Börsen kaum registriert worden. Damit aber ist der Weg für Aktien in den nächsten Tagen frei. Solange es niemanden “stört” – dies kann die Devise sein. Für Ihre Langfristinvestition sind jedoch ganz Daten maßgeblich. Schon in dieser Woche – auch darüber wird niemand berichten.

Ich habe mir die Research-Daten der Kollegen der “Aktien-Analyse” genau angesehen. Diese analysieren 500 deutsche und internationale Aktien und schätzen die jeweiligen Bilanzdaten eigenständig unabhängig von Bank-Analysten und -analysen. Verkaufs- oder Kaufinteressen fallen weg.

Historische Rekorde fallen – positiv

Daher sind die Daten objektiv – und werden sich am Markt bestätigen. Beachten Sie:

  • Die 500 Aktien haben insgesamt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,0. Damit sind die Aktien um 2,6 Punkte oder etwa 15% günstiger bewertet als im 10-Jahres-Durchschnitt. Dank der aktuell guten Konjunktur-Daten.
  • Die Dividendenrendite wird – wenn Sie jetzt einsteigen – bei 2,4% liegen. Damit ist sie um 20% oder 0,4%-Punkte höher als die Dividendenrendite im 10-Jahres-Durchschnitt.
  • Das errechnete Kurspotential liegt weiterhin bei knapp 50% – für die nächsten 3 bis 5 Jahre beträgt der genaue Wert 47%. Dies sind bei 5 Jahren nach der “richtigen” Renditeformel 8% Rendite pro Jahr. Wenn das Kurspotential innerhalb von 3 Jahren erreicht wird, entspricht dies sogar einer Rendite in Höhe von 13,7% – inklusive Zins- und Zinseszinsen.

All dies wird sich an den einzelnen Märkten in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Die guten Kennziffern jedoch erfordern, dass Sie sich schnell entscheiden. Diese berechnen sich jeweils aufgrund der aktuellen Kurse.

Eine kleine Warnliste für diese Woche

Sie haben die Qual der Wahl. Die Durchschnittsgrößen beziehen auch die Unternehmen und Aktien ein, die dieser Tage unter Druck geraten werden. Dies sind Werte, die hoch verschuldet sind. Unternehmen mit hohen Schulden müssen auch künftig – teils in den nächsten Wochen bereits – neue Verbindlichkeiten durch Kredite oder Anleihen aufnehmen.

Die Zinsen aber werden steigen. Das heißt für diese Unternehmen, dass sich schlechte Nachrichten am Markt einstellen werden. Einige Titel, vor denen ich daher in diesen Tagen – auch für diese Woche bereits – warne:

  • MPC Münchmeyer Capital
  • Commerzbank
  • Generali Deutschland
  • Zapf Creation

aus Deutschland sowie Aktien wie von Credit Suisse, Royal Bank of Scotland, Lloyds Banking Group, UniCredit, Ageas oder KPN aus Europa.

Diese zwei Bank-Aktien sollten Sie eher meidenDie Unsicherheit am Kapitalmarkt sorgt für sinkende Einnahmen bei den Banken. Diese beiden werden von uns als sehr besonders schwach bewertet. › mehr lesen

In den USA sind besonders hoch verschuldet Unternehmen wie Goldman Sachs, Citigroup, Lockheed Martin, Campbell Soup.

Meine Empfehlung: solche Werte sind auch dann gefährdet, wenn sie wie Goldman oder die Royal Bank of Scotland selbst Finanzinstitute sind. Diese misstrauen einander weiterhin – die Geldleihe zwischen den Banken stockt teilweise.

Gute Branchen: geringer Investitionsbedarf

Wenn Sie dagegen jetzt Aktien suchen, die dieser Tage bessere und beste Aussichten haben, konzentrieren Sie sich auf Werte mit geringem Bedarf an Investitionen. Hintergrund dieser Empfehlung ist meine Vorstellung, dass steigende Zinsen auch Investitionen deutlich teurer werden lassen.

Zudem verringern Sie mit dieser Überlegung die Abhängigkeit vom Finanzmarkt drastisch. Dieser aber wird in den kommenden Tagen belastet, weil die Ergebnisse des Bankenstresstests bekannt werden. Dazu gleich noch eine Bemerkung.

Zunächst jedoch die versprochene Positiv-Liste: investieren Sie daher bevorzugt in Werte wie:

  • Rational
  • Delticom
  • Amadeuas FiRe
  • Software AG
  • Aixtron
  • Novartis
  • GfK
  • Henkel

aus dem deutschsprachigen Raum oder Oracle, Philip Morris, McGraw-Hill, Applied Materials, Danaher, Britis American Tobacco aus dem Ausland.

Beachten Sie jedoch bitte: diese Aktien sind vor allem aufgrund ihrer aktuell guten Bewertung und des geringen Investitionsbedarfs auf diese Liste gekommen. Im Einzelfall informieren Sie sich bezogen auf Ihr Depot bitte zusätzlich in unseren Spezialdiensten wie dem “Neuen Deutschen Geldanlagebrief” für die Empfehlungen von Novartis oder Henkel.

Gerüchteküche “Bankenstresstest” brodelt

Schließlich rechnen Sie in dieser Woche auch mit weiteren Gerüchten zu den Ergebnissen des “Bankenstresstests”. Diese werden zwar erst am 15.7. veröffentlicht – so ist es angekündigt – aber die Informationen sickern langsam an den Markt.

So soll anders als bislang angenommen eine der deutschen Banken den Stresstest nicht bestanden haben. Ich tippe auf eine Landesbank oder – mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit – auf die Commerzbank.

Wenn Sie in Banken investiert haben, beachten Sie daher die kleinen Meldungen am Rand, die dieser Tage gestreut werden. Die einzige sichere Aktie aus der Branche sehe ich – auch langfristig – in der Deutschen Bank.

Neben diesem kleinen Warnhinweis jedoch meine ich, dass die “Griechenland”-Gewinne nicht nur ein Strohfeuer waren. Steigende Kurse auch in dieser Woche resultieren aus der günstigen Bewertung. Etwa nach dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): wie dargestellt.

Wenn Sie keine Einzelaktien kaufen wollen, konzentrieren Sie sich auf Werte aus dem Dax. Dafür ist ein Fonds geeignet, der börsenhandelbar ist – ein ETF (“Exchange Traded Fund”). Der Dax hat ein KGV von aktuell 9,8.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.