Griechenland: Es ist alles noch viel schlimmer

Erst gestern schrieb ich an dieser Stelle, dass man die Sektkorken in den deutschen Chefetagen der Wirtschaft knallen ließ – […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erst gestern schrieb ich an dieser Stelle, dass man die Sektkorken in den deutschen Chefetagen der Wirtschaft knallen ließ – der Ifo-Index klettert auf immer neue Rekordstände.

Neue Hilfszahlungen in Höhe von 8,5 Mrd. € beschlossen

Erst vor wenigen Tagen knallten sicherlich auch einige Sektkorken in Athen. Schließlich haben die Geldgeber die Auszahlung der nächsten Tranche der Hilfszahlungen freigegeben.

Immerhin 8,5 Mrd. € werden jetzt wieder in das europäische Krisenland Nr. 1 transferiert.

Das Fazit dazu fiel auch von Seiten der griechischen Politik sehr positiv aus; der griechische Präsident Prokopis Pavlopulos erklärte:

„Griechenland hat seine Verpflichtungen erfüllt und die geforderten Reformen beschlossen.“

Damit ist alles geklärt in Athen – könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Diese Krise hat mittlerweile wirklich antike Ausmaße.

Die Länge des Schulden-Dramas kann man dabei besser in Jahrzehnten als in Jahren angeben.

Diesen Rückschluss lässt zumindest jetzt eine Studie der Europäischen Kommission zu.

Immerhin haben hier die Experten einige Modellrechnungen angefertigt, wie sich denn die weitere Lage Griechenlands entwickeln könnte.

Und eines kann ich Ihnen sagen: Diese Szenarien sind düster.

Schulden-Rückgang in Griechenland nur wenig realistisch

Dabei ist vor allen Dingen der langfristige Blick wirklich ernüchternd: So haben die Experten 4 Szenarien berechnet für die weitere Entwicklung des Landes.

Und selbst bei dem optimistischsten Szenario würde die Verschuldung des Landes nicht auf den angestrebten Wert der Euro-Zone absinken.

Das wäre erst einmal zu verkraften, denn viele Länder verstoßen gegen diese Schulden-Quote von 60% der Wirtschaftsleistung.

Aber damit Griechenland hier auf eine Schuldenquote von 75% kommt, müssen schon unglaubliche Dinge passieren.

So muss die griechische Wirtschaft dafür im Jahresschnitt um 3,5% wachsen – und zwar bis zum Jahr 2060.

Ja, Sie lesen richtig: Die marode griechische Wirtschaft, die seit 2008 beständig schrumpft, soll auf einmal den Turbo einschalten und um mehr als 3% im Jahr zulegen.

So etwas kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen – und wissen Sie auch warum? – Weil das einfach völlig unrealistisch ist!

Das schwächste Szenario in Griechenland lässt hingegen einen weiteren Anstieg der Schuldenquote auf dann rund 240% erwarten.

Schon jetzt weist das Krisenland eine Schuldenquote von knapp 180% auf – auch dieser Wert ist eigentlich nicht haltbar.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Der an sich nicht zu vermeidende Bankrott des Landes wird mit immer neuen Hilfszahlungen nur weiter in die Zukunft verschoben.

Ich bin wirklich gespannt, wann uns die Politik reinen Wein einschenkt und erklärt, dass Griechenland nicht zu retten sein wird.

Klar ist nur, dass mit den aktuellen Hilfsprogrammen das Leiden des Landes nur noch verlängert wird.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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