Griechenland-Gerüchte: Dax legt kräftig zu

Fulminant meldet sich der Dax zurück. Nachdem der Leitindex zuletzt immer weiter in die Tiefe gerauscht war, setzte am Mittwoch eine deutliche Gegenbewegung ein.

Bereits am Morgen stieg die Kurve ins Plus und von dort an stetig aufwärts. Unterm Strich verbuchte der Dax ein Tagesplus von satten 2,4 Prozent und ging mit 11.265 Punkten aus dem Handel.

Hoffnung auf Annäherung

Eine solche Kehrtwende kann derzeit nur aus einer Richtung kommen: Griechenland. Zwar wurden noch keine Fakten geschaffen, doch das bloße Gerücht, Berlin könne den Athener Reformbemühungen gegenüber etwas milder gestimmt sein als zuletzt, reichte aus, um am Parkett für Euphorie und Kauflaune zu sorgen.

Zudem gab die Europäische Zentralbank bekannt, das Notfallprogramm für Griechenland aufzustocken. Bei einem Treffen am Abend in Brüssel zeigte sich jedoch, dass die Situation weiterhin verfahren bleibt – und die Kosten in jedem Fall Tag für Tag steigen.

Alle Dax-Werte im Plus

Nichtsdestotrotz verteuerten sich sämtliche Dax-Werte, und das zum Teil kräftig. Spitzenreiter HeidelbergCement profitierte von der Ankündigung, eine höhere Dividende auszuzahlen. Die Aktie stieg um 4,9 Prozent.

Auf Rang zwei positionierte sich Bayer mit einem Plus von 4,4 Prozent. Hintergrund war der Verkauf der Diabetes-Sparte an Panasonic Healthcare, der eine Milliarde Dollar in die Kassen der Leverkusener spülen soll.

Autohersteller wieder gefragt

Trotz der Ausweitung der Streiks präsentierte sich auch die Aktie der Deutschen Post robust und zählte mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent zu den stärksten Werten im Dax.

Gut lief es auch erneut für die Automobilkonzerne: Anteilsscheine von Daimler, Continental und BMW verteuerten sich zwischen 3,3 und 2,8 Prozent, die Volkswagen-Vorzugsaktie legte um 2,5 Prozent zu und befand sich mit diesem satten Aufschlag im Mittelfeld des insgesamt sehr starken Leitindex.

Auf den hinteren Rängen fanden sich Lufthansa, SAP, Commerzbank und Fresenius Medical Care wieder, deren Papiere um 0,7 bis 0,9 Prozent vorrückten. Die rote Laterne ging an Infineon mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent.

Wackliges Fundament

Die neuerliche Aufwärtskurve steht auf denkbar wackligem Fundament. Das Schuldendrama um Griechenland ist noch lange nicht gelöst, selbst wenn nun erste Anzeichen auf ein Einlenken hindeuten.

Doch selbst wenn sich die Beteiligten bis Ende des Monats auf einen neuen Modus Vivendi verständigen können – so vergiftet wie jetzt war die Atmosphäre zwischen Brüssel und Athen schon lange nicht mehr.

Für die Märkte dürfte das weitere Zitterpartien und unruhige Zeiten bedeuten.

11. Juni 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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