Griechenland: Immer wieder neue Forderungen aus Athen

Reiben Sie sich beim Blick auf die Nachrichten aktuell auch regelmäßig die Augen? Mit geht es so und ich kann Ihnen auch sagen warum: Fast jeden Tag kommen neue unglaubliche Meldungen aus Athen. Wobei Meldungen sind es eigentlich gar nicht. Es sind vielmehr Forderungen der neuen radikalen Regierung in Athen.

Nur um Ihnen das noch einmal klar zu verdeutlichen: Dort regiert jetzt ein Bündnis der extremen Linken und nationalistisch eingestellter Rechter. Diese so unterschiedlichen politischen Lager eint der Kampf gegen die harten Sparauflagen.

Vor allem der kämpferisch und hemdsärmelig auftretende Finanzminister Janis Varoufakis hatte erst am vergangenen Freitag noch für eine große Irritation gesorgt: Da hatte Varoufakis die Zusammenarbeit mit der Troika aufgekündigt. Er wolle sein Land nicht länger dem Spardiktat unterstellen, erkläret der neue Finanzminister.

Das erklärte Ziel der neuen griechischen Regierung ist ein weiterer Schuldenerlass. Das war das erklärte Ziel im Wahlkampf und daran wird sich der neue Ministerpräsident Tsipras vom linken Syriza-Bündnis innenpolitisch auch messen lassen müssen.

Euro-Austritt Griechenlands ist immer noch möglich

In der Realität ist aber auch klar: Dieser Schuldenschnitt ist aktuell noch sehr weit entfernt. Deutlich realistischer erscheint derzeit ein Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung. Das kann schneller kommen, als sich heute noch viele Exporten vorstellen können.

In knapp einem Monat läuft das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland aus. Erstes Ziel in Brüssel ist es, bis dahin eine Regelung mit der neuen Regierung zu finden. Wenn das nicht gelingt (wovon ich aktuell ausgehe) wird Griechenland dann keine neue Hilfen bekommen und das Land steuert dann direkt auf den Staatsbankrott zu. In der Situation könnte Griechenland den Euro verlassen.

Obwohl dieses Szenario mit jedem Tag ohne eine Einigung wahrscheinlicher wird, halten sich die Börsen in Europa nahe den Rekordständen. Die Börsianer sehen aktuell nur die Chancen und blenden die Risiken völlig aus. Das ist für mich ein Warnsignal: In der Geschichte war es vor großen Börsenzusammenbrüchen schon häufiger so.

Dabei sind die Börsianer dann blindlings in den Untergang gelaufen. Ich erinnere mich noch gut an die Internetblase zur Jahrtausendwende:

Selbst kurz vor dem Platzen der Spekulationsblase wurden noch viele schon damals völlig überteuerte Internetaktien weiterhin zum Kauf empfohlen. Einen solchen Optimismus sehe ich auch heute wieder – auch bei bestimmten Internetwerten. Das ist für mich ein klares Warnsignal.

2. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Günter Hannich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt