Griechenland: Jetzt droht die nächste Verschärfung der Krise

Jetzt wird es wieder einmal ernst für Griechenland – die nächste Stufe der Schuldenkrise steht uns direkt bevor:

Das Land muss bis zum Juli Schulden im Volumen von 8,26 Mrd. € zurückzahlen. Sollte das nicht gelingen, wäre das Land einmal mehr kurz vor dem Staatsbankrott.

Dieses Thema spielt in der aktuellen Diskussion in der EU überhaupt keine Rolle mehr.

Alle Augen blicken nach Großbritannien, wo ab morgen die offiziellen Verhandlungen über den möglichen BrExit laufen.

Tatsächlich sind die Folgen für den Euro beim Wechsel gut kalkulierbar. Immerhin hat Großbritannien niemals den Euro als Währung im eigenen Land eingeführt.

Griechenlands Schulden steigen weiter an

In Griechenland sieht es leider anders aus: Dort sind bis jetzt schon bei 3 Rettungs-Paketen hohe Milliarden-Summen versenkt worden.

Doch anstatt, dass die Schulden des Landes zurückgehen, versinkt Griechenland immer weiter im Schuldensumpf.

Aktuell betragen die Staatsschulden des angeschlagenen südeuropäischen Krisenlandes unglaubliche 340.000.000.000 €.

Ich habe die Zahl an dieser Stelle extra einmal komplett ausgeschrieben. Können Sie diese sofort erfassen? Das sind 340 Mrd. €!

Diese Zahl allein ist schon heftig. Doch wenn man sie zur Wirtschaftsleistung des Landes in Verbindung setzt, wird erst deutlich, wie dramatisch die Lage Griechenlands tatsächlich ist.

Hier beträgt die Schuldenquote Griechenlands jetzt unglaubliche 181%!

Wirtschafts-Wachstum als einzige Chance

Eigentlich müsste die griechische Wirtschaft wachsen, um überhaupt einmal die Möglichkeit zu haben, ein wenig von den Schulden zurückzuzahlen.

Doch das passiert eben nicht. Nach Jahren des Rückgangs ist, wenn überhaupt, dann nur ein absolut minimales Wirtschafts-Wachstum im laufenden Jahr möglich.

Doch stellen Sie sich vor:

Wenn die Wirtschaft im Laufe der Jahre um mehr als 20% eingebrochen ist, dann fällt ein Wachstum um 0,2 oder 0,3% auf dem niedrigen Niveau wohl kaum auf.

An dieser Stelle habe ich das Thema Griechenland in den letzten Jahren häufig behandelt. Langjährige Leser kennen daher meiner Einstellung:

Ich bin immer noch davon überzeugt, dass Griechenland mittelfristig nicht zu retten sein wird.

Es ist immer noch ein Fass ohne Boden, in welches von den europäischen Institutionen immer weiter Geld hineingeworfen wird.

Krisenverschärfung im Sommer gut möglich

Gut möglich, dass die Lage bis zum Sommer wieder dramatische Züge annimmt.

Erinnern Sie sich noch an den Sommer 2015? Damals kam das Finanz-System Griechenlands nahezu komplett zum Erliegen:

Die griechischen Bürger konnten nur noch rationiert Geld am Automaten bekommen. Viele Banken waren über einige Wochen hinweg geschlossen.

So etwas ist bei der nächsten Verschärfung auch wieder möglich.

28. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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