Griechenland: Jetzt droht die nächste Verschärfung der Krise

Griechenland rückt einmal mehr ins Zentrum des Geschehens. Dieses Mal erfolgte der Druck jedoch von zwei Seiten. Neben den bekannten Themen rund um die angeschlagene Wirtschaft in Griechenland taucht nun noch ein neuer Konfliktherd auf.

Mittlerweile werden die Forderungen immer lauter, wonach Griechenland sogar aus dem Schengen-Raum der EU ausgeschlossen werden soll. Wie Sie sicherlich wissen, bedeutet das Schengen-Abkommen ein Europa der freien Grenzen.

Da Griechenland jedoch nicht in der Lage ist, seine Außengrenze gegenüber der Türkei ordentlich abzusichern, fordern nun auch in Deutschland immer mehr prominente Politiker einen Ausschluss Griechenlands aus dem Schengen-Raum.

Damit würde das finanziell angeschlagene Krisenland auch politisch isoliert werden. In der Konsequenz müsste es dann zu Grenzkontrollen in Griechenland kommen. Genau das möchte das Land jedoch verhindern, dass extrem stark vom Tourismus abhängig ist. Klar ist aber auch, dass Griechenland mit der aktuellen Flüchtlingslage nicht klarkommt.

Reformen laufen nur stockend an in Griechenland

Unabhängig davon nimmt der politische Druck in Griechenland weiter zu. Die Regierung Tsipras muss schnell handeln und die notwendigen Reformen auf den Weg bringen. Doch genau danach sieht es derzeit nicht aus. Wichtige Reformschritte beispielsweise bei den Renten stehen noch aus.

Die Geldgeber haben aber ganz klar zu verstehen gegeben, dass es erst Fortschritte im Rentensystem geben muss, bevor weitere finanzielle Hilfen fließen. Dabei steht das Land kurz vor weiteren hohen Zinszahlungen. Allein im März sind Zahlungen in Höhe von 890 Mio. Euro an den IWF fällig. Die erste Rate muss das Land dabei schon am 7. März überwiesen.

Hier sehen Sie ganz klar: Die Zeit drängt. Doch genau bei den Reformen kann sich Ministerpräsident Tsipras nicht mehr auf eine stabile Mehrheit zur Durchsetzung verlassen. Schon geistert das Thema Neuwahlen erneut durch die griechische Öffentlichkeit. Allerdings hat Tsipras ein großes Problem. Selbst seine eigene Syriza Partei steht gerade nicht mehr komplett hinter ihm. Der radikale Flügel seines Linksbündnisses lehnt weitere Zugeständnisse an die Geldgeber kategorisch ab.

Sie sehen hier einmal mehr: Griechenland steht immer noch mit dem Rücken zur Wand. – und das trotz der vielen Hilfspakete für das Krisenland. Für mich ist klar: Die aktuelle Krise ist so nicht lösbar. Weitere Spannungen mit Griechenland sind so unvermeidbar. Daher erwarte ich auch weiterhin starke Auswirkungen auf den Finanzmarkt, so dass sich die eher schwache Tendenz in diesem Jahr wohlfortsetzen wird.

16. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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