Griechenland-Krise: Der nächste Akt beginnt

Eigentlich haben griechische Dramen nur 5 Akte; spätestens dann enden die Geschichten um Liebe, Macht und Tod.

Das Drama um die Griechenland-Krise hat bis jetzt schon unzählige Aktie gehabt – und ein Ende des Dramas ist noch immer noch nicht in Sicht.

Nach einigen Monaten der Ruhe haben sich die Vorzeichen der Krise jetzt wieder verschärft.

Stellen Sie sich vor: Das europäische Land steht jetzt schon seit Jahren unter einer fremden Finanz-Aufsicht.

So geben der Internationale Währungsfonds (IWF) und auch die europäischen Institutionen wie EZB und EU die Richtlinien der Finanz-Politik in Griechenland vor.

Neue Auflagen sind dabei kein neues Thema:

Nach der massiven Krise im Sommer 2015, als ein Staatsbankrott so gerade noch abgewendet werden konnte, war die Lage auch vor einem Jahr einmal mehr massiv angespannt.

Damals schrieb ich an dieser Stelle:

Reformen laufen nur stockend an in Griechenland

„Unabhängig davon nimmt der politische Druck in Griechenland weiter zu. Die Regierung Tsipras muss schnell handeln und die notwendigen Reformen auf den Weg bringen.

Doch genau danach sieht es derzeit nicht aus. Wichtige Reformschritte, beispielsweise bei den Renten, stehen noch aus.

Die Geldgeber haben aber ganz klar zu verstehen gegeben, dass es erst Fortschritte im Rentensystem geben muss, bevor weitere finanzielle Hilfen fließen.

Dabei steht das Land kurz vor weiteren hohen Zinszahlungen: Allein im März sind Zahlungen in Höhe von 890 Mio. € an den IWF fällig. Die 1. Rate muss das Land dabei schon am 7. März überwiesen.

Hier sehen Sie ganz klar: Die Zeit drängt.

Tsipras verliert Rückendeckung der eigenen Partei

Doch genau bei den Reformen kann sich Ministerpräsident Tsipras nicht mehr auf eine stabile Mehrheit zur Durchsetzung verlassen. Schon geistert das Thema Neuwahlen erneut durch die griechische Öffentlichkeit.

Allerdings hat Tsipras ein großes Problem:

Selbst seine eigene Syriza-Partei steht gerade nicht mehr komplett hinter ihm. Der radikale Flügel seines Links-Bündnisses lehnt weitere Zugeständnisse an die Geldgeber kategorisch ab.

Fazit und Ausblick

Sie sehen hier einmal mehr: Griechenland steht immer noch mit dem Rücken zur Wand – und das trotz der vielen Hilfspakete für das Krisenland.

Für mich ist klar: Die aktuelle Krise ist so nicht lösbar. Weitere Spannungen mit Griechenland sind so unvermeidbar.“

Soweit meine Einschätzung aus dem Februar 2016. Fällt Ihnen etwas auf? – Die Probleme bestehen immer noch; die Krise ist nicht gelöst und wird wohl auch mit den aktuell Beteiligten so nicht gelöst werden können.

Das macht wirklich wenig Hoffnung – und die Belastungen der hohen Zinszahlungen bleiben weiterhin bestehen…

13. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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