Griechenland-Krise: Was bleibt nach dem Tsipras-Besuch in Berlin?

Was hat denn nun der Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras in Berlin gebracht? Glaubt man den Meldungen aus offiziellen Kreisen war es gar nicht das Ziel des Besuches, tatsächlich politische Ergebnisse zu erzielen. Es ging vielmehr bei dem Antrittsbesuch darum, sich besser kennenzulernen.

Dabei ist es schon erstaunlich, dass Tsipras sich so lange Zeit gelassen hat mit dem Besuch in Berlin.

Insbesondere durch viele Äußerungen seines Finanzministers Varoufakis musste er zunächst einmal in den Gesprächen in Berlin die Wogen wieder etwas glätten. Im Grunde war der Besuch von Tsipras nicht viel mehr als ein diplomatisches Zeichen.

Das Risiko für ein Auseinanderbrechen der Eurozone ist weiterhin extrem. Daran hat der Besuch von Tsipras in Berlin sicherlich nichts geändert.

Nach Angaben des legendären Investors und Spekulanten George Soros liegt aktuell die Wahrscheinlichkeit für einen Grexit bei 50 %. Das beste Szenario was sich Soros aktuell überhaupt für Griechenland und die Eurozone vorstellen kann, ist ein weiteres Durchmogeln durch die aktuelle Lage.

Sowohl Staatsbankrott als auch Grexit hätten massive Folgen – sagt George Soros

Nach Meinung von Soros wären sowohl ein griechischer Staatsbankrott als auch der Grexit negative Signale für die gesamte Währungsgemeinschaft. Grundsätzlich sieht Soros hier aber auch keine kurzfristige Lösung der Krise. Genau das ist das große Dilemma, in das sich die Geberländer aktuell hineinmanövriert haben.

Griechenland ist nun einmal das sprichwörtliche Fass ohne Boden. Und aktuell wird immer mehr Geld in dieses Fass ohne Boden geworfen.

Die Folgen einer solchen Politik können Sie sich ausmalen: Derzeit erkaufen sich beide Seiten nur Zeit. Wieder einmal geistern Meldungen durch die Medien, in denen von einer weiteren ausführlichen und detaillierten Reformliste Griechenlands ist.

Durch diese Liste werden die Probleme tatsächlich nicht gelöst. Da bedarf es schon deutlich größerer Anstrengungen der griechischen Regierung. Sie kennen das sicher auch aus ihrem Alltag. Immer wieder nimmt man sich Dinge vor und scheitert dann an der Umsetzung.

Das ist nur allzu menschlich. In vielen Fällen im persönlichen Umfeld bleibt dies auch ohne weitere Folgen. Ob sie nun im beginnenden Frühling mit dem Laufprogramm beginnen oder nicht hat keine weiteren Auswirkungen über sie persönlich hinaus.

Auf staatlicher Ebene sieht das natürlich ganz anders aus. Hier hat sich die griechische Regierung in den vergangenen Jahren immer wieder sehr viel vorgenommen – aber nur wenig umgesetzt. Diese Folgen strahlen weit über Griechenland hinaus und gefährden weiterhin massiv die Stabilität der Euro-Zone.

25. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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