Griechenland nach der Wahl: Neue Regierung, alte Probleme

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Alexis Tsipras von linken Bündnis Syriza ist der Wahlsieger in Griechenland. Damit wird es eine neue Regierung geben – doch die alten Probleme bleiben erst einmal bestehen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Griechenland hat gewählt. Das linke Syriza Bündnis ist der klare Wahlsieger. Damit ist jetzt wieder Ex- Ministerpräsident Tsipras am Zug, um eine neue Regierung zu bilden. Das soll schon in den nächsten Tagen geschehen. Die absolute Mehrheit hat das Linksbündnis nicht erreicht. Das war sicherlich das größte Ziel dieser Partei.

Ob die nun eine abgeschlossene Neuwahl die erhoffte politische Stabilität bringt, wird sich erst noch zeigen müssen. Bei der angestrebten Koalition aus linken und rechten Politikern kann sehr schnell schon wieder zum Bruch kommen. Rein rechnerisch würde die neue Koalition über eine Mehrheit von fünf Stimmen verfügen.

Doch diese Mehrheit kann sich sehr schnell als instabil erweisen. Das haben Abstimmungen in den vergangenen Wochen immer wieder gezeigt, bei denen Mitglieder der Regierungskoalition bei wichtigen Entscheidungen nicht mitgezogen haben.

Doch was bedeutet dieses Wahlergebnis nun für den Euro? Im Endeffekt ist die Aufgabe für Griechenland klar. Die Umsetzung des Rettungsplans ist nun einmal stark an Auflagen und Reformen gebunden. Insofern wird es spannend sein zu sehen, ob die neue Koalition um Ministerpräsident Tsipras tatsächlich in der Lage sein wird, diese hohen Anforderungen auch zu erfüllen.

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Der Euro als Nachteil der DeutschenDurch die EU- und Euro-Politik wird der deutsche Sparer immer mehr enteignet, der Steuerzahler muss immense Haftungen auf sich nehmen. › mehr lesen

Neue Regierung muss endlich harte Reformen durchsetzen

Jetzt geht es tatsächlich um harte Reformen. Rentenkürzungen müssen durchgebracht werden. Allein das ist schon eine Herkules-Aufgabe für die neue Regierung. Gleichzeitig müssen die bis jetzt noch bestehenden Regelungen für das Renteneintrittsalters deutlich verändert werden.

Das ist nur ein Aspekt des Reformpakets für Griechenland. Irgendwie muss das Land wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Nur so wird es überhaupt möglich sein, wieder in den Zustand zu kommen, Schulden tatsächlich abzahlen zu können. Doch danach sieht es derzeit überhaupt nicht aus. Und die Geldgeber haben hier auch sehr niedrige Hürden angesetzt.

Die Laufzeiten der Kredite sind deutlich verlängert worden. Im Umkehrschluss bedeutet das: Der ganze Euro wackelt weiter – solange die Probleme in Griechenland weiter bestehen.

Die Rückzahlung der Kredite durch Griechenland beginnt erst weit der Zukunft. Das bietet viel Spielraum für Griechenland. Ich finde das ist zu viel Spielraum, denn das Land ist eigentlich schon seit längerer Zeit pleite. Das zeigt auch die immer weiter steigende Schuldenquote Griechenlands. Mit fast 180 % hat diese Schuldenquote den bisher höchsten Stand erreicht.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.