Griechenland-Poker sorgt für Bauchschmerzen

Nach der Verschnaufpause zum Wochenauftakt ging es für den Dax am Dienstag wieder kräftig abwärts. Der Leitindex verlor fast 1 Prozent und fiel um über 100 Punkte zurück auf einen Schlussstand von nur noch 11.329 Zählern.

Griechenland sorgt weiter für Verunsicherung

Hintergrund war einmal mehr die anhaltende Verunsicherung über den Stand der Dinge in den Griechenland-Verhandlungen. Aus Athen war zu vernehmen, man habe den Gläubigern einen Reformplan übermittelt, mit dem das hochverschuldete Land aus der Krise geführt werden könne.

Steht eine Einigung also kurz bevor? Vielleicht. Doch vergangene Woche hatte der griechische Regierungschef schon einmal Zuversicht verkündet, was von Wolfgang Schäuble umgehend dementiert worden war.

Wem hier wie viel Glauben geschenkt werden sollte und wie weit der Stand der Verhandlungen tatsächlich fortgeschritten ist, darüber lässt sich am Parkett derzeit nur mutmaßen. Insofern wollte nicht wirklich Kauflaune aufkommen bei den Anlegern. Den ganzen Tag über kam der Dax nicht aus der Verlustzone heraus. Ein erstarkender Euro tat sein Übriges.

Bankwerte im Plus

In diesem schwierigen Umfeld schafften es nur wenige Einzelwerte ins Plus. Gefragt waren die Banken: Die Commerzbank-Aktie legte um 0,8 Prozent zu, die Anteilsscheine der Deutschen Bank eroberten mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent die Dax-Spitze.

Lanxess profitierte von einer positiven Analysteneinschätzung und schloss 0,6 Prozent fester. Auch die Allianz konnte sich behaupten und ging 0,1 Prozent höher aus dem Handel. Alle anderen Titel schlossen schwächer.

Besonders hart traf es Henkel, Fresenius, K+S, Daimler und Schlusslicht Merck, deren Kurse zwischen 2,1 und 2,6 Prozent nachgaben.

Der Countdown läuft

Von den Unternehmen selbst gibt es derzeit kaum Neuigkeiten, die für Kauf- oder Verkaufsimpulse sorgen würden. Stattdessen wird die Stimmung am Parkett vom Griechenland-Poker dominiert.

Bis Freitag muss eine Lösung her, denn dann wird die nächste Kreditrate an den IWF fällig. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eigentlich niemand daran interessiert ist, eine griechische Staatspleite und einen „Grexit“, also einen Austritt aus der Währungsunion, zu riskieren.

Allerdings sind die Verhandlungen nicht eben einfacher geworden, seit in Athen das Linksbündnis um Alexis Tsipras regiert. Nun muss sich zeigen, ob beide Seiten bereit und in der Lage sind, einen Kompromiss zu finden – und zwar schnell.

3. Juni 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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