Griechenland-Sorgen sind zurück – Dax im Minus

Es kann nicht immer aufwärts gehen: Nach achtwöchiger Rekordjagd mit nur wenigen Verschnaufpausen haben die Dax-Anleger am Dienstag eine Pause eingelegt und Gewinne abgesichert. Der Dax schloss 0,7 Prozent tiefer bei 11.500 Punkten.

Zwar hat das zum Wochenbeginn angelaufene QE-Programm der Europäischen Zentralbank eigentlich Kaufimpulse gesetzt, doch die wurden überlagert von neuerlichen Sorgen um Griechenland.

Griechenland-Sorgen sind zurück

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass das verschuldete Land bereits im Februar nicht mehr alle Staatsangestellten bezahlen konnte. Der finanzielle Engpass spitzt sich offenbar dramatischer zu als befürchtet, gleichzeitig ist noch immer keine langfristige Lösung in Sicht.

Die europäischen Geldgeber und die Athener Regierung ringen um Kompromisse, während die Zeit ihnen immer schneller davonrennt.

Unter diesem Eindruck rutschten fast alle Dax-Werte in die Verlustzone. Mit Bayer, Merck, den beiden Fresenius-Konzernen und der Münchener Rück schafften fünf Titel Tagesgewinne zwischen 0,1 und 0,5 Prozent und zählten mit diesem vergleichsweise bescheidenen Plus zu den stärksten Dax-Papieren.

Lediglich Infineon präsentierte sich stark. Nach einem positiven Analystenkommentar war die Aktie gefragt, sie legte um 2 Prozent zu.

Energieriesen erneut unter Druck

Am anderen Ende des Index fand sich RWE wieder. Der Energieriese hatte seine Zahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt. Demnach sackte das nachhaltige Nettoergebnis um 45 Prozent ab auf 1,28 Milliarden Euro. Das Ebitda schrumpfte um 10 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro.

Für 2015 rechnet RWE mit einem weiteren Rückgang, dennoch soll die Dividende für 2014 stabil bei einem Euro je Aktie bleiben. Anleger ließen die Anteilsscheine trotzdem fallen, sie rutschten mit einem Minus von 2,8 Prozent ans Dax-Ende.

Auch der Kurs des Konkurrenten Eon verlor 1,2 Prozent. Die Jahresbilanz wird am heutigen Mittwoch vorgelegt, auch hier erwarten Beobachter nichts Gutes.

Die Papiere von HeidelbergCement gerieten nach einem negativen Analystenkommentar unter Druck und verloren am Ende 1,9 Prozent.

Hausgemachte schlechte Nachrichten machten unterdessen der Lufthansa-Aktie zu schaffen, die sich um 1,2 Prozent verbilligte. Die Airline verzeichnete auch im Februar ein geringeres Passagieraufkommen als im Vorjahreszeitraum.

Als Gründe hierfür wurden ein reduziertes Europa-Angebot sowie nachlassende Nachfrage für Flüge nach Russland angeführt. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Kranich-Aktie mehr als 25 Prozent an Wert verloren.

11. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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