Griechenland steht wieder mit dem Rücken zur Wand

Zwischenzeitlich tauchen immer einmal wieder Nachrichten aus Griechenland auf.

Auf den 1. Blick kann man den Eindruck bekommen, dass dort die Krise vorbei sei. Doch ich kann Ihnen nur sagen: Dem ist nicht so!

Griechenland: Die Krise ist längst nicht vorbei

Das gilt auch weiterhin, nachdem jetzt ein weiteres Programm mit Sparmaßnahmen und Reformen in Griechenland wohl auf den Weg gebracht worden ist.

Wie so oft war ein neues Programm in Griechenland die Voraussetzung dafür, dass weiterhin die Hilfsgelder der EU, der EZB und des IWF fließen.

Aber eines kann ich Ihnen sagen: Auch dieses Mal werden die Griechen wieder kreative Wege finden, doch nicht alle Anforderungen der Geldgeber umzusetzen.

Es ist aber auch ein wirklich hartes Unterfangen für die griechische Regierung:

Gegenüber der eigenen Bevölkerung muss die Regierung Stärke unter Beweis stellen, gegenüber den Geldgebern muss sie flexibel und v. a. kompromissbereit sein.

Neue Sparprogramm greift einmal mehr die griechischen Rentner an

Fakt ist: Nun liegt zwar ein neues Sparprogramm auf dem Tisch – doch das muss erst noch vom griechischen Parlament abgesegnet werden. Bis Mitte Mai sollte das tatsächlich passiert sein.

Und einmal mehr drängt die Zeit für das angeschlagene Euro-Krisenland:

Griechenland benötigt dringend frisches Geld, denn im Juli sind Kredit-Zahlungen von in Höhe von 7 Mrd. € fällig, und die sind nur möglich, wenn die nächsten Hilfszahlungen tatsächlich kommen.

Sie sehen hier einmal mehr: Griechenland bleibt das Fass ohne Boden, in das von oben immer mehr frisches Kapital geschmissen wird.

Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ob das neue Sparprogramm tatsächlich so reibungslos über die Bühne geht, ist noch gar nicht klar.

Immerhin stehen einmal wieder Renten-Kürzungen auf dem Programm. Die sollen bis zu 18% betragen und ab Januar 2019 in Kraft treten.

Weiterhin wird eine Absenkung des Steuerfreibetrags angestrebt, und Lockerungen beim Arbeitsrecht sollen zudem noch in Kraft treten.

Neues Jahr, alte Meinung

Schon vor 1 Jahr hatte ich eine klare Meinung zum damaligen Hilfsprogramm und den Reformen. Damals schrieb ich an dieser Stelle:

„Aber eines muss Ihnen klar sein: Auch mit dem neuen Hilfsprogramm und den halbherzigen Reformen in Griechenland wird die Krise dort nicht gelöst werden.

Schon werden Forderungen des IWF laut, die Anforderungen an Griechenland zu senken. Im Detail geht es um die Vorgaben zum Wachstum der Staats-Einnahmen.

Die sollen ohne den Schuldendienst nicht mehr um 3,5% pro Jahr sondern nur noch um max. 1,5% pro Jahr wachsen. Dann würde Griechenland einen Primär-Überschuss aufweisen.

Doch für mich sind das nicht mehr als Rechentricks, denn bei dieser Berechnung werden die Zinszahlungen als größter Kostenfaktor einfach herausgerechnet.

Nur so ist es überhaupt möglich, für Griechenland einen Haushaltsüberschuss zu erwarten.

Die realwirtschaftlichen Bedingungen geben das nun wirklich nicht mehr her – hier steht das Land einmal mehr mit dem Rücken zur Wand.“

Die Krise ist seitdem auf jeden Fall nicht kleiner geworden, wie das aktuelle Sparprogramm einmal mehr zeigt.

3. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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