Griechenland: Verzweifelte Versuche der Regierung an frisches Kapital zu kommen

Jetzt schöpft die Regierung in Athen das letzte Geld zusammen und bedient sich bei den Kommunen. Das trifft vor allem die Bürger massiv und treibt den Grexit voran. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Eigentlich sollte bis zum Ende dieser Woche eine Regelung für die griechischen Probleme gefunden werden. Lange Zeit schwirrte der Termin 24. April durch die Medien. Von diesen Termin rückt die griechische Regierung nun wieder ab und auf einmal taucht ein anderes Datum auf: der 11. Mai.

Hieran sehen Sie einmal mehr wie die griechische Regierung auf Zeit spielt. In vergangenen Wochen ist die Lage immer undurchsichtiger geworden. Mal hieß es, die griechische Regierung hätte eine umfangreiche Liste an neuen Sparmaßnahmen vorgelegt. Dann wiederum konterten die Geldgeber aus Brüssel, dass genau diese Liste nicht umfangreich genug sei.

In der Konsequenz hat es auf jeden Fall dazu geführt, dass die bislang zugesicherten Hilfszahlungen noch auf Eis legen. Doch die Probleme Griechenlands nehmen mehr oder weniger mit jedem Tag zu.

Vor allem im Juni stehen massive Kreditzahlungen für das straucheln EU Land an. Während im Mai 3,76 Milliarden Euro an Krediten zurückgezahlt werden müssen, sind es im Juni 6,84 Milliarden Euro.

Wie klamm die Regierung in Athen tatsächlich ist, zeigt jetzt ein Erlass der griechischen Regierung. Demnach müssen die Lokalregierungen jegliche Überschüsse, die sie erwirtschaften direkt nach Athen überweisen. Das sieht tatsächlich so aus, als ob die Regierung Tsipras das letzte Geld zusammenkratzt, um die eigenen Ausgaben tatsächlich noch tätigen zu können.

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All dies setzt nicht nur griechische Anleihen unter Druck. Dort sind die Renditen bei dreijährigen Anleihen auf den unglaublichen Wert von 28% gestiegen. So hoch notierten griechische Staatspapiere mit kurzer Laufzeit nicht mehr seit dem Höhepunkt der bisherigen Euro Krise im Sommer 2012. Gleichzeitig steht auch der Euro weiter unter Druck.

Grexit wird immer wahrscheinlicher – mit massiven Folgen für den Euro

Ich bleibe dabei: Bei diesen Voraussetzungen der unsicheren Finanzlage Griechenlands wird ein griechischer Austritt aus dem Euro immer wahrscheinlicher. Doch was hätte ein solcher Wechsel für Folgen? Hier gehen die Meinungen weit auseinander.

Mein Investor Kollege Rolf Morrien meint hierzu, dass ein solcher Grexit die Stabilität der gesamten Eurozone stützen würde. In diesem Fall wäre seiner Ansicht nach das schwächste Mitglied der Währungsgemeinschaft nicht mehr mit dabei und das würde die Währungsgemeinschaft an sich stärken. Gleichzeitig würde die Disziplin der anderen Euro Länder zu nehmen. Diese Meinung vertrat er beim Streitgespräch vor einigen Tagen auf der Invest.

Dort entgegnete ich ihm, dass für mich ein Austritt Griechenlands aus dem Euro so etwas wie der Anfang vom Ende des Euros als Gemeinschaftswährung sein würde. Damit würden die großen Versprechungen der Bürokraten in Brüssel nur noch Makulatur sein und der Euro als Ganzes nicht zu halten sein.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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