Griechenlands Wirtschaft auf Erholungskurs

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Die US-Ratingagentur Fitch hat Griechenlands Kreditwürdigkeit hochgestuft. Hat das Euro-Sorgenkind damit das Schlimmste überstanden? (Foto: Twin Design / shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als nicht der Immobilienmogul im Weißen Haus die Schlagzeilen beherrschte, sondern das kleine Griechenland?

Rückblick: Als der Euro an Griechenland zu zerbrechen drohte

Noch nicht ganz zehn Jahre ist es her, da hieß es allerorten, dass ausgerechnet von Athen, der Wiege der Demokratie, der Kollaps der Eurozone ausgehen könnte. Die Währungsunion war mitnichten vereint, sondern tief gespalten. Die wenig schmeichelhafte Abkürzung PIIGS machte in den Medien die Runde – ein Akronym, das an das englische Wort „pigs“ (zu Deutsch: „Schweine“) erinnert und die hochverschuldeten Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien meinte.

Die größten Sorgen bereiteten seinerzeit Italien und Griechenland. Ersteres, weil es als drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone tatsächlich selbige hätte ins Wanken bringen können. Und Griechenland, weil es durch immense Staatsverschuldung und Korruptionsvorwürfe nicht aus den Schlagzeilen kam.

Immer wieder wurde verhandelt, um nicht zu sagen hart gerungen, um eine Rettung des griechischen Staatshaushalts. Die Auflagen der verhassten Troika, bestehend aus Vertretern von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Union, bedeuteten tiefe Einschnitte für die griechische Bevölkerung. Dass vor allem Deutschlands Regierung, verkörpert durch den damaligen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die harten Sparmaßnahmen durchsetzte, trug nicht gerade zur Völkerverständigung zwischen beiden Staaten bei.

Fitch stuft Griechenlands Kreditwürdigkeit hoch

Nun aber scheint das Schlimmste überwunden. Nachdem es lange Zeit ruhig geworden war um Griechenland, verkündete Premier Kyriakos Mitsotakis vor wenigen Tagen eine frohe Botschaft – per Twitter, wie es sich mittlerweile für Staatsvertreter gehört. Äußerst erfreut zeigte sich Griechenlands Regierungschef darüber, dass die US-Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands hochgestuft hat.

Tatsächlich verbesserte sich das Rating von „BB-„ auf „BB“, was bei Fitch einer Aufwertung von „stabil“ auf „positiv“ entspricht. Dass Griechenland sich parallel auch im „Korruptionswahrnehmungsindex“ der Organisation Transparency International verbessern konnte, wertete Mitsotakis als weiteres positives Signal.

Neue Herausforderungen

Trotz der erfreulichen Nachrichten im Hinblick auf die wirtschaftliche Genesung Griechenlands hat der Mittelmeerstaat inzwischen jedoch mit neuen Problemen zu kämpfen. Es sind neben italienischen vor allem griechische Inseln, auf denen nach wie vor massenhaft Geflüchtete in überfüllten und nicht wintertauglichen Lagern ausharren – und es kommen immer neue hinzu.

Erneut ist es ein Bundesminister aus den Reihen der Unionsparteien, der eine pragmatische und schnelle Hilfe ablehnt und stattdessen auf europäischen Regelungen besteht. Solange jedoch in Brüssel noch verhandelt wird und sich insbesondere osteuropäische Staaten bei der Frage einer gleichmäßigeren Verteilung bei der Aufnahme von Geflüchteten weiterhin querstellen, stehen Italien und Griechenland weiterhin allein tagtäglich vor der Herausforderung, wie sie mit den tausenden Menschen umgehen sollen, die auf ihrem Staatsgebiet Zuflucht suchen und auf Asyl in Europa hoffen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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