Griechisches Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch

Das griechische Finanzsystem steht kurz davor komplett zu implodieren. Der Rest Europas wird bald folgen. Aktuell prallen die Meinungen massiv aneinander: Weder die Griechen auf der einen Seite noch die Geberländer auf der anderen Seite sind bereit nachzugeben. Die Chancen auf eine Einigung im aktuellen Steuerstreit um neue Finanzmittel für Griechenland bis Ende Juni sind extrem gering.

In der Folge ist es wahrscheinlich, dass wir einen griechischen Staatsbankrott oder sogar den Grexit sehen werden. Die griechischen Staatsanleihen sehen auf jeden Fall den griechischen Staatsbankrott als immer wahrscheinlicher an. Die Aufschläge für die Absicherungen der Anleihen in Griechenland sind seit Jahresbeginn um unglaubliche 456 % gestiegen. Was heißt das? In der Praxis schätzen nun die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Staatsbankrotts mit 75% ein.

In den vergangenen vier Wochen sind die Renditen für zweijährige griechische Staatsanleihen von 20% auf weit mehr als 30 % gestiegen. Der griechische Aktienmarkt wiederum hat innerhalb weniger Tage mehr als 10 % an Wert verloren. Heute erleben wir eine Gegenreaktion – doch die wird nicht lange anhalten.

Keine Frage: So sieht ein finanzieller Kollaps aus. Wenn Griechenland nun noch den Euro verlassen muss, wird das weitere massive Folgen auf Europa als Ganzes haben. Von offizieller Seite ist nun immer häufiger zu hören, dass man sich auf den Ernstfall vorbereiten müsse.

Grexit wird sich kaum noch verhindern lassen

Mir ist klar: Dieser Ernstfall ist schon lange eingetreten. Noch vor nicht allzu langer Zeit war es völlig undenkbar für angesehene Politiker der Eurozone, überhaupt ein Ende Griechenlands im Euro zu prognostizieren. Mittlerweile ist das die Mainstream Meinung.

Das gilt eben auch für das Regierungslager. Sollte also die Bundesregierung einer wie auch immer gearteten Ausweitung der Hilfen zustimmen, ist zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht gewährleistet, dass der Bundestag hier auch mitziehen wird. In anderen Euro Staaten sieht es ähnlich aus.

Die Geduld der Parlamentarier ist erschöpft. Das gilt auch für die Geduld der meisten EU-Bürger. Unverständnis über die aktuelle Position der griechischen Regierung hat sich breitgemacht. Für mich sieht es so aus, als hätten wir das Ende eines Weges erreicht. Jetzt muss eine Entscheidung her.

Auch wenn viele Investoren noch nicht wissen wie diese Entscheidung aussehen wird. Eins ist für mich klar: Es wird keine schöne Entscheidung sein. Daher kann ich Ihnen nur raten, sich aktiv abzusichern. Wie das geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

22. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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