Größe von ETFs entscheidend für Liquidität und Kosteneffizienz

Der Markt für ETFs wächst sehr schnell.

Über 1.000 Produkte sind inzwischen über XETRA handelbar. Dazu kommen noch einmal knapp 300 ETCs auf Rohstoffe.

Global – vor allem in den USA, wo ETFs eine längere Tradition haben – sind es noch sehr viel mehr.

Weltweit sind rund 1,8 Billionen US-Dollar in 4.500 börsengehandelten Fonds investiert – Tendenz stark steigend.

Die Vorteile von geringen Kosten, einfacher Handelbarkeit und hoher Transparenz haben die Anlegerschaft überzeugt.

Wie in allen Wachstumssegmenten partizipieren natürlich längst nicht alle Produkte gleichermaßen von dem Trend. Die Volumina der einzelnen ETFs fallen sehr unterschiedlich aus.

Während der größte in Deutschland gehandelte ETF fast 12 Milliarden Euro schwer ist, entfallen auf den kleinsten ETF hier gerade einmal knapp 300.000 Euro.

Und wie bei allen Produktkategorien gehen mit zunehmender Größe auch eine bessere Liquidität und damit niedrigere Spreads einher (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).

Große ETFs dominieren – und auch hier gibt es Platzhirsche unter den Anbietern

Das Produktangebot nimmt rasant zu. Doch der Großteil der Gelder wird durch wenige, sehr große ETFs repräsentiert.

Von den 4.500 weltweit existierenden Produkten sind zwei Drittel der Gelder in lediglich 100 Produkten investiert.

In den USA gilt der SPDR S&P 500 von State Street als Klassiker unter den ETFs. Mittlerweile existiert er bereits seit über zwanzig Jahren und überschritt im Laufe dieses Jahres erstmals die Grenze von über 100 Milliarden US-Dollar.

Platz Nummer zwei nimmt hier ein ETF auf Gold ein. Ebenfalls von State Street ist der SPDR Gold Trust 63 Milliarden US-Dollar schwer.

In Europa dominiert iShares unter den Anbietern. Unter den größten ETFs finden sich überwiegend Produkte dieses Hauses – so auch der iShares DAX. Er ist mit 11,5 Milliarden das Schwergewicht unter den in Europa gehandelten ETFs.

Kleine ETFs: Höhere Spreads, aber interessante Nischen

Jeder siebte der auf XETRA gehandelten ETFs weist ein Volumen von unter 5 Mio. Euro. Das heißt nicht automatisch, dass diese ETFs gleich von der Schließung bedroht sind.

Allerdings sind die Spreads für den An- und Verkauf teilweise deutlich höhere als bei den großvolumigen Produkten.

Der kleinste ETF in Deutschland ist übrigens der UBS-ETF SICAV – STOXX Global Rare Earth mit einer „Größe“ von knapp 300.000 Euro. Höhere Spreads müssen hier in Kauf genommen werden.

Allerdings können Sie dem Namen schon entnehmen, dass mit dem Anlagefokus auf seltene Erden hier eine durchaus interessante Nische abgedeckt wird, auf die nun mal keine Produkte mit großem Volumen existieren.

Fazit

Sie sehen, Größe hat hier tendenziell einen Vorteil. Wenn Sie ein Produkt auf den DAX suchen, gibt es eigentlich keinen Grund, einen sehr kleinen ETF einem großen – und damit normalerweise günstigeren – Produkt vorzuziehen.

Allerdings bringen es Nischen nun mal mit sich, dass naturgemäß keine großen Produkte auf dieses Segment existieren. Das ist bei ETFs aber nicht anders als bei normalen Publikumsfonds.

Ich werde daher regelmäßig auch interessante Nischen-ETFs – wie vor kurzem z.B. ETFs auf Wasser-Aktien – in meinem täglichen Newsletter vorstellen.

24. August 2012

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geve
Von: geve.

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