Größter Anbieter legt Anleihen-ETF in USA auf – Vorsicht

Der US-Anbieter Blackrock möchte ETFs auf US-Anleihen aktiv managen.

Das heißt: die Fonds werden Anleihen nach festen Regeln zusammenstellen.

Ziel wird es sein, ohne dass bislang Fondsprospekte zur Verfügung stünden, möglichst hohe Zinsen mit US-Anleihen zu erzielen. Wir sind skeptisch, ob dies den aktiv gemanagten ETF tatsächlich gelingt. Fonds auf „Renten“ sind in aller Regel für die nächsten Jahre nicht besonders lukrativ. Denn:

Wenn die Zinsen auf breiter Front steigen, sinken die Kurse der bislang gehandelten Anleihen. Deren Rendite steigt dann zwar ebenfalls – aber nur für die Käufer am Markt.

Rendite-Entwicklung ein Nachteil

Das heißt: Wenn Zinsen steigen, sind die Besitzer von Fondsanteilen jeweils am schlechteren Ende.

Am besten wäre es, solche Fonds zu kaufen, wenn die Zinsen kurz davor stehen, wieder zu sinken.

ETF auf Anleihen – Vergangenheitsdaten helfen nicht

Das bedeutet auch, dass der Blick auf die Vergangenheit bei Anleihen-Fonds – ob börsengehandelt oder nicht – kaum weiter hilft.

Denn die Vergangenheitsdaten zeigen lediglich, wie gut Anleihen in den letzten Jahren als Anlageklasse funktionierten, oder: fast jeder konnte mit Anleihen höhere Gewinne erzielen.

Aktuell warnen wir vor solchen ETFs:

  • Die Kurse werden sinken, solange die Zinsen steigen.
  • Auch aktiv gemanagte Fonds werden kaum mehr als der Markt zulegen. Denn:
  • Ein solcher Fonds kann nur dann höhere Volumina generieren, wenn institutionelle Investoren ihr Geld dort anlegen. Diese aber richten sich nach festen Sicherheitsregeln, die zumeist Hochzinsanleihen ausschließen.
  • Zudem kosten „aktiv gemanagte“ ETF wahrscheinlich mehr Gebühren als herkömmliche passive Anleihenfonds.

Zinsanlagen nicht vorteilhaft

Insgesamt werden die Anbieter dieses Fonds unserer Meinung nach kaum Chancen haben, der Marktentwicklung zu entkommen. Selbst bei einer Überperformance gegenüber dem Markt wird unter dem Strich ein Ergebnis herauskommen, das kaum die Inflationsrate übertrifft.

GeVestor meint: Wir lassen uns gern eines besseren belehren. Vorab jedoch gehen wir davon aus, dass Investitionen in Wandelanleihen oder Genussscheine beziehungsweise dividendenstarke Aktien die bessere Alternative sind.

Daher sind wir der Meinung, dass es derzeit die günstigere Strategie ist, auf neue Anleihenfonds zu verzichten. Wer Fonds kaufen möchte, dem stehen andere Instrumente zur Verfügung, die wir an dieser Stelle bereits mehrfach genannt haben.

Dies sind Fonds auf Genussscheine oder Wandelanleihen. Gerade letztere haben damit einen großen Vorteil, weil das Risiko durch die Vielzahl der Papiere dramatisch sinkt. Zudem haben die Fondsmanager damit die Auswahl zwischen diesen Papieren, wie sie auch im Ausland angeboten werden.

Die Rendite von Wandelanleihen sollte damit stark gegenüber ausschließlichen Investments bei uns in Deutschland steigen. Ein Beispiel für einen „guten“ Wandelanleihenfonds bietet die DWS.

13. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt