Großanleger sollten jetzt wieder DAX-Aktien kaufen

Die Charttechnik im DAX steht aktuell auf der Kippe. Die Großanleger sollten jetzt mit neuen Käufen ein Zeichen setzen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der DAX bereitet uns Freunden der Charttechnik derzeit etwas Probleme.

Der seit Juni 2012 bestehende Aufwärtstrend wurde gestern um rund 120 Punkte durchbrochen. Immerhin ist ein weiterer, im November 2011 etablierter Aufwärtstrend noch intakt.

Er verläuft aktuell bei etwa 7.580 Punkten und damit praktischerweise fast auf dem Niveau der wichtigen Unterstützung bei 7.600.

Positiv zu werten ist: Mit dem gestrigen Tagestief bei 7.655 „piekste“ der DAX kurz seine 200-Tagelinie (aktuell: 7.686) an, schloss aber – wenngleich nur hauchdünn – mit 7.692 Zählern über ihr. Das alles können Sie in der folgenden Grafik nachvollziehen.

Auf der linken Seite finden Sie den Wochenchart (1 Kerze entspricht dem Handelsverlauf 1 Woche) mit dem Aufwärtstrend seit November 2011.

Der Chart zeigt übrigens nur die Entwicklung bis vergangenen Freitag. Rechts sehen Sie den Tageschart mit dem Aufwärtstrend seit Juni 2012. Die relevanten Punkte habe ich Ihnen mit gelben Kreisen unterlegt.

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DAX: Nun sollte die Wende nach oben kommen

Wenn wir auf den erfreulichen Verlauf am heutigen Vormittag blicken – während ich diese Zeilen verfasse, notiert der DAX rund 110 Punkte höher bei 7.800 – dann könnte die 200-Tagelinie wieder einmal (wie schon im Juli 2012 und im April 2013) den „Retter in höchster Not“ gegeben haben.

Was machen die Großanleger derzeit?

Doch wie verhalten sich die Großinvestoren in diesen Tagen? Bekanntlich bestimmen vor allen die großen Kapitalmanager wie Fonds, Hedgefonds, Pensionsfonds, Banken, Versicherungen oder Vermögensverwaltungen die Geschicke der Aktienmärkte.

Sich an die Fersen dieser Großanleger zu heften, kann Ihrem Investment-Erfolg erheblich auf die Sprünge helfen.

Die Charttechnik hält einen feinen Indikator für uns bereit, um deren Verhalten zu verfolgen: Das On-Balance-Volumen (OBV). Das OBV verknüpft die täglichen Umsätze der Marktteilnehmer mit den Veränderungen eines Marktes und kumuliert die Ergebnisse.

Heraus kommt eine Kurve, die uns anzeigt, ob Geld in einen Markt hinein (Kurve steigt) oder aus ihm heraus fließt (Kurve fällt). Ich habe diesen Indikator im obigen Chart für beide Zeitebenen mit abgebildet.

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OBV-Trend-Bruch (noch) kein „Beinbruch“

Im Wochenchart sehen Sie seit Ende 2012 eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung: Die Großinvestoren (und natürlich auch die Privatinvestoren) haben stetig zugekauft.

Mit dem großen Verfallstag am vergangenen Freitag ist nun diese Aufwärtstrend-Linie minimal durchschlagen worden.

Ich betrachte dies noch nicht unbedingt als einen „Beinbruch“, zumal es durch eine gute DAX-Woche noch „geheilt“ werden kann.

Dazu sollte der Index mit guter Unterstützung der Großinvestoren am kommenden Freitag deutlich höher notieren als Ende letzter Woche.

Im Tageschart sehen Sie beim OBV noch eine andere Trendlinie (gestrichelte rote Linie), deren Entstehung Sie auch im Wochenchart verfolgen können. Diese ist noch nicht gebrochen und bietet sogar noch Luft für einen Aufsetzer.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Charttechnik im DAX ist aktuell zwar nicht gerade brilliant, aber sie ist auch nicht aussichtslos.

Sollte sich der deutsche Leitindex in dieser Woche nicht signifikant erholen, droht allerdings eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung.

Ernsthafte Sorgen mache ich mir indes erst, wenn die Unterstützung bei 7.600 nicht halten sollte. Dieses Polster geben sowohl der Aufwärtstrend seit November 2012, als auch das OBV her.

Auch wenn der Aufwärtstrend des OBV gebrochen scheint: Fiele er auf die eingezeichnete Unterstützung zurück, während der DAX auf 7.600 absinkt, um dann anschließend ein neues Hoch auszubilden, dann wäre der derzeitige Trendbruch „vergessen“. Doch das ist Spekulation und Zukunftsmusik.

Schauen wir erst einmal, was uns der weitere Wochenverlauf noch beschert.

Was mir indes ganz und gar nicht gefällt, ist die Charttechnik des VDAX, also der Volatilität. Aber dazu Morgen mehr.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.