Große Verschiebungen auf dem Goldmarkt

In der Rangliste der größten Goldproduzenten ist aktuell viel los: Australien hat zuletzt die Produktion klar gesteigert. In Kanada steht das noch bevor. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Auch wenn es an den Rohstoffmärkten derzeit ruhig zugeht – tauchen doch fast täglich spannende Nachrichten auf, die vor allem auch einen längerfristigen Blick in die Zukunft ermöglichen. Genau auf einige solcher Marktmeldungen möchte ich heute etwas näher eingehen.

So ist die australische Goldproduktion 2017 mit 301 Tonnen auf den höchsten Stand seit 1999 angestiegen. Der Wert der Goldproduktion erreichte annähernd fast 16 Mrd. australische Dollar was umgerechnet ziemlich genau 10 Mrd. Euro entspricht. Mit dieser Produktionsleistung hat Australien im weltweiten Ranking der Goldproduktionsländer wieder den zweiten Platz eingenommen – hinter China.

Goldproduktion in Australien legt klar zu

Aber diese Rangordnung kann sich verschieben in Zukunft – wenn die Experten von Wood Mackenzie recht behalten. Sie halten einen Anstieg der kanadischen Goldproduktion um 80 % für möglich. Damit würde dann Kanada auf den zweiten Platz der globalen Statistik springen.

Diese positive Prognose basiert auf vielen neue Goldprojekten, die in Kanada noch in Produktion gebracht werden. Allerdings wird es spannend sein zu sehen, ob es auch tatsächlich gelingt, alle neuen Vorkommen wirklich in Produktion zu bringen.

Sehr wichtige Nachrichten kamen in den vergangenen Tagen auch aus der demokratischen Republik Kongo – einem der wichtigsten Rohstoffländer in Afrika. Dort wird gerade eine neue Royalty-Gesetzgebung eingeführt. Royalties sind dabei Zahlungen die von den zumeist ausländischen Rohstoffproduzenten an die örtliche Regierung gezahlt werden müssen.

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Höhere Abgaben für Rohstoff-Firmen im Kongo

Bis vor wenigen Tagen sah es noch so aus, dass einige besonders relevante Produzenten von der neuen Regelung ausgenommen werden würden. Doch diese Ausnahmen blieben aus. Nun wird es zu höheren Royalty-Zahlungen kommen. Das Beispiel Kobalt zeigt, was da möglich ist: Hier sieht es wohl so aus, als ob die Abgaben von aktuell 2% auf dann 10% steigen. Gerade beim Kobalt gehört der Kongo zu den wichtigsten Produktionsländern weltweit. Für die Produzenten werden so die Kosten steigen und die Margen schrumpfen.

Hier sehen Sie einmal mehr, wie wichtig der Blick auf die politische Entwicklung in den Rohstoff-Förderländern ist. Durch solche Maßnahmen können sich mehr oder weniger über Nacht die Produktionsbedingungen für die Rohstoffunternehmen vor Ort deutlich verschlechtern.

Ganz anders agiert hier derzeit die Regierung in Ecuador. Dort hat die neue Minenministerin Rebeca Illescas klar gemacht, dass es eine Verbesserung bei den Steuern geben werden. „Dabei ist es uns wichtig, dass jeder dabei gewinnt – also die Firmen, die lokale Bevölkerung und auch die Regierung“, erklärte die Ministerin. Bis jetzt sind schon 28 ausländische Rohstoffunternehmen in dem lateinamerikanischen Land angesiedelt. Und nach diesen Tönen der Ministerin sollen wohl noch weitere Firmen folgen.

Soweit der kurze Blick auf einige Nachrichten aus dem Rohstoffsektor. Hier sehen Sie einmal mehr, wie wichtig es ist auch die Rahmenbedingungen für diese Branche immer im Auge zu behalten, denn gerade auf der politischen Ebene können schon kleine Veränderungen massive Auswirkungen haben.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.