Grüner Wasserstoff soll politisch gefördert werden

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Das Thema Wasserstoff ist in aller Munde. Zum Glück hat es auch die Politik hierzulande zunehmend entdeckt. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Auch wenn der Reformeifer der Bundesregierung gefühlt gegen Null geht, sind ab und zu doch kleine Fortschritte sichtbar. Davon profitiert auch der Energieträger Wasserstoff.

Im Sommer dieses Jahres wurde bekannt, dass die zu dem Zeitpunkt amtierende Landesregierung in Brandenburg unter der Führung der SPD eine Bundesinitiative zur Unterstützung von grünem Wasserstoff und synthetischen Brennstoffen gestartet hat. Nun will die SPD noch weiter vorankommen bei dem Thema. Mehr dazu gleich.

Wenn Sie den Schlussgong regelmäßig verfolgen, wissen Sie es längst: Meines Erachtens brauchen wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren einen vernünftigen Mix aus modernen Verbrennungsmotoren (hierzu zählt explizit auch der Diesel), E-Mobilität und Wasserstoffantrieben. Nur so kann es gehen!

Daher finde ich es gut, dass die Politik hierzulande weg kommt von der reinen Förderung von E-Mobilität und stattdessen nun auch Wasserstoff vermehrt fördern möchte.

Sinnvoller Vorstoß der SPD

Nach Überzeugung der SPD-Bundestagsfraktion tut Wirtschaftsminister Peter Altmeier zu wenig, um den Aufbau einer Wasserstoff-Produktion hierzulande zu fördern. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft lässt sich nicht mit Ankündigungen erreichen, sagte Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, kürzlich gegenüber dem Handelsblatt.

Westphal hat gemeinsam mit anderen Wirtschafts- und Energiepolitikern einen Forderungskatalog erstellt. Dadurch rückt grüner Wasserstoff auf der energiepolitischen Agenda weiter nach oben.

Vorrangig geht es darum, durch Strom aus regenerativen Energiequellen auf klimaneutrale Art und Weise Wasserstoff herzustellen. Dieser Wasserstoff kann dann, so die Überlegungen, direkt eingesetzt werden, beispielsweise in der Chemie- oder der Stahlindustrie. Darüber hinaus kann er für den Betrieb von Brennstoffzellen genutzt werden.

Bundeswirtschaftsminister Altmeier sieht nachweislich Potenzial beim grünen Wasserstoff. In dem Bericht Dialogprozess Gas 2030 aus seinem Ministerium heißt es, grüner Wasserstoff müsse inländisch in industriellem Maßstab baldmöglichst produziert werden. Eine tatkräftige Unterstützung oder Umsetzung dieser Idee lässt bislang jedoch auf sich warten.

SPD-Politiker Westphal meint dazu: Die Produktion von grünem Wasserstoff muss entlastet werden. Zusätzlich brauchen wir Quotenregelungen für die Beimischung von grünem Wasserstoff und synthetischen Brennstoffen.

Setzen Sie als Investoren nicht alles auf eine Karte

Ohne Zweifel: Beim Thema Wasserstoff und bei der Brennstoffzelle handelt es sich um wichtige und große Zukunftstrends. Dennoch sollten Sie als Investoren nicht alles auf eine Karte setzen.

Machen Sie es stattdessen so wie ich in meinen Börsendiensten und setzen Sie auf einen vernünftigen Mobilitäts-Mix. Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie verbreitet sich, wie Sie heute wieder erfahren haben, zwar zunehmend. Allerdings wird es auch hier nicht so schnell gehen wie es sich einige Investoren von der E-Mobilität erhofft haben.

Einige derzeit maßlos überbewertete Wasserstoff-Aktien werden einbrechen, wenn sich diese Erkenntnis verbreitet. Aber keine Sorge: Es gibt im Bereich Wasserstoff auch Unternehmen, die schon jetzt gutes Geld verdienen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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