Grundlagen zum Thema Wasserstoff: Teil 3

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Lernen Sie die wenigen Nachteile von Wasserstoff kennen und 2 Unternehmen, mit denen Sie vom Wasserstoff-Trend profitieren können. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Am Donnerstag vergangener Woche haben Sie hier im Schlussgong erfahren, wie Wasserstoff hergestellt und genutzt werden kann. Gestern haben Sie dann die wichtigsten Vorteile von Wasserstoff im Vergleich zu anderen Energieträgern kennen gelernt.

Heute erfahren Sie, was die Nachteile von Wasserstoff sind und lernen 2 deutsche Unternehmen kennen, die in diesem Bereich tätig sind und die ich für spannend halte. Beginnen wir nun mit den Nachteilen von Wasserstoff:

Nachteile von Wasserstoff als Energieträger

Ein gravierender Nachteil von Wasserstoff gegenüber anderen Energieträgern sind die hohen Produktionskosten. Insbesondere im Elektrolyseverfahren ist der Energieaufwand bei der Wasserstoffproduktion hoch. Auch das in den Brennstoffzellen als Katalysator eingesetzte Platin ist teuer. An preiswerteren Alternativen zum kostspieligen Edelmetall wird geforscht.

Da bei der Herstellung von Wasserstoff sehr viel Strom benötigt wird, entstehen, je nach Produktion des verwendeten Stroms, auch Emissionen. Dieser Nachteil kann jedoch vermieden werden, wenn für die Stromherstellung regenerative Energiequellen genutzt werden.

Auch beim Transport von Wasserstoff fallen Energiekosten an. Für den Transport muss der gasförmige Wasserstoff entweder unter Druck gesetzt (200 bis 700 bar) oder verflüssigt werden. Flüssiger Wasserstoff hat 99,9% weniger Volumen als das Gas. Flüssig wird Wasserstoff allerdings erst bei minus 253 Grad Celsius. Dabei benötigt die Kühlung deutlich mehr Energie als die Kompression.

Ein weiterer Nachteil: Die Energieeffizienz von Brennstoffzellen in Autos fällt (noch) deutlich schlechter aus, als die von batteriebetriebenen Fahrzeugen. Während batterieelektrische Autos einen Wirkungsgrad von ca. 70% haben, liegt dieser bei Brennstoffzellen-Autos lediglich zwischen 20 bis 25%.

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Auch die noch fehlende Infrastruktur ist ein großes Problem: In Deutschland gibt es aktuell nur 71 Wasserstofftankstellen. Bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 100 steigen.

Wer mit einem wasserstoffbetriebenen Fahrzeug in den Urlaub fahren will, muss seine Reise daher gut planen. Denn insbesondere im europäischen Ausland sind Wasserstofftankstellen Mangelware. Zudem sind die Preise für Wasserstoff-Autos derzeit noch vergleichsweise hoch. Allerdings würde eine Vergrößerung der Produktionsmenge (Massenproduktion) die Preise deutlich senken.

Mit Linde und BMW vom Wasserstoff-Trend profitieren

Nun möchte ich Ihnen noch 2 deutsche Unternehmen vorstellen, mit denen Sie längerfristig vom Wasserstoff-Trend profitieren können. Das erste Unternehmen ist Linde. Linde verfügt neben dem klassischen Industriegase-Geschäft über einen großen Wachstumstreiber: Wasserstoff.

Linde kann dabei helfen, ein flächendeckendes Tankstellennetz aufzubauen, denn das Unternehmen verfügt über das Know-how, herkömmliche Erdgas- und Stadtgasleitungen für den Wasserstofftransport nutzbar zu machen.

Ein Autohersteller, der in diesem Bereich tätig ist, ist BMW. Das Unternehmen ist überzeugt davon, dass der Antrieb der Zukunft eine Kombination aus Wasserstoff-Brennstoffzelle und einem elektrischen Antrieb ist. Meines Erachtens genau die richtige Einschätzung.

Meine Empfehlung für konservative Anleger: Setzen Sie nicht auf Aktien von Unternehmen, die ausschließlich im Bereich Wasserstoff oder bei der Brennstoffzellentechnologie tätig sind und aktuell zu Mondpreisen an der Börse gehandelt werden. Es gibt genug Unternehmen mit Wasserstoff-Sparte, die schon jetzt gutes Geld verdienen und an der Börse attraktiv bewertet sind.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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