Günstige Aktien mit Potential: DAX-Werte einmal anders betrachtet

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Weltweit vollzogen die Aktien gestern einen Freudensprung nach der Entscheidung . . . (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Weltweit vollzogen die Aktien gestern einen Freudensprung nach der Entscheidung der US-Notenbank, bis Mitte 2011 durch den Aufkauf von US-Staatsanleihen weitere 600 Mrd. USD an Liquidität in die Märkte zu pumpen.

Hier soll es heute jedoch nicht um die Bewertung dieser Maßnahme gehen – das würde einen eigenen Beitrag beanspruchen. Nein, ich möchte Ihnen heute einmal eine Art „Arbeitsliste“ an die Hand geben.

Auf die Idee brachte mich gestern ein Leser in meiner Redaktionssprechstunde, als er mich fragte, wie er mit einigen seiner „Alt“-Aktien verfahren solle.

Er hatte diese Papiere vor Jahren nahe den Höchstständen gekauft und liegt dabei immer noch „schief“.

Exkurs: dynamisches Stop-Loss

Zwar ist auch das nicht Thema meines heutigen Beitrages, doch falls Sie meine Antwort interessiert: Mein Rat lautete, er solle auf seine Depotwerte das „dynamische Stop-Loss“ anwenden, so wie ich es in meinem Börsendienst Momentum Trader handhabe.

Mit diesem „dynamischen Stop-Loss“ bleiben Sie nämlich so lange in einer Aktie investiert, wie ihr Trend aufwärts weist. Schließt die Aktie unter dem “dynamischen Stop-Loss“, verkaufen Sie am nächsten Börsentag.

Denn dann können Sie sich ziemlich sicher sein, dass der Aufwärtstrend dieser Aktie beendet ist. Auf die Weise bleiben Ihnen künftig jahrelange Verlustträger im Depot erspart.

Welches Potenzial bietet jede DAX-Aktie noch?

Doch zurück zu meiner Idee, zu der ich durch die Leserfrage inspiriert wurde. Wir alle möchten ja möglichst günstige Aktien kaufen. Also stellte ich mir die Frage, wie weit der DAX eigentlich noch von seinem Allzeithoch entfernt sei.

Wie Sie gleich sehen werden, ist es durchaus legitim, diese Frage auf dem inzwischen erreichten Niveau zu stellen. Und daran schloss sich dann direkt die Frage an, wie weit denn die einzelnen DAX-Aktien von ihren Allzeithochs entfernt seien.

Der eine oder andere von Ihnen kennt mich inzwischen schon besser und ahnt, dass mir diese Fakten noch nicht ausreichten. Interessant war für mich dann nämlich auch noch ein weiterer Punkt.

Da der DAX ja gestern auf ein neues 52-Wochen-Hoch (Jahreshoch) geklettert ist: Welche DAX-Aktien notieren denn eigentlich ebenfalls zurzeit auf ihrem Jahreshoch (demonstrieren also eine ähnliche oder gar höhere Stärke als der DAX)?

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Ihre „Arbeitsliste“ DAX-Aktien

Die Antworten auf all diese Fragen habe ich in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die DAX-Aktien nach Ihrem Potenzial bis zum Allzeithoch sortiert.

Potenziale und Relative Stärke DAX-Aktien

Und so ist die Tabelle zu lesen: Der DAX müsste bis zu seinem Allzeithoch bei 8.105,69 Punkten (das ist hier der höchste Schlusskurs, der je erreicht wurde) noch um +20,36% steigen.

Aktien, die weniger klettern müssen, um ihr Allzeithoch zu erreichen, finden Sie oberhalb des DAX, den Rest darunter. BASF, BMW, Fresenius und Linde haben also bereits jetzt erreicht, wofür der DAX noch gut +20% Anstieg benötigt.

Das Jahreshoch (das ist hier das höchste Tageshoch, das in den letzten 52 Wochen markiert wurde) wurde im DAX ebenfalls gestern mit 6.757,29 Zählern markiert (logisch!).

Hier sehen Sie beispielsweise, dass die Versorger-Aktien E.ON und RWE sowie die Deutsche Bank-Aktie von ihren Jahreshochs jeweils noch mehr als 30% entfernt sind. Relative Stärke sieht anders aus!

Falls Sie also Interesse an Investments in günstige Aktien innerhalb des DAX haben, dann bietet Ihnen meine „Arbeitsliste“ einige gute Hinweise: Sie können unter anderem das Potenzial bis zum Allzeithoch ablesen oder am Abstand zum Jahreshoch die Relative Stärke jedes DAX-Titels ermessen.

Hinweis: Natürlich hat diese Auswertung einen kleinen „Schönheitsfehler“: Denn nicht alle Aktien, die aktuell dem DAX angehören, waren auch Mitglieder zum Zeitpunkt Ihres Allzeithochs. Und nicht alle aufgeführten Aktien haben – wie der DAX selbst – im Jahr 2007 ihr Allzeithoch markiert.

So liegen beispielsweise die Allzeithochs bei Infineon oder Telekom schon über 10 Jahre zurück.

Daher sollten Sie sich nicht von deren gigantischem Kurspotenzial zum Einstieg verleiten lassen. Meiner persönlichen Meinung nach werden diese Aktien nie wieder auch nur annähernd an ihre Allzeithochs herankommen.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.